Weißstörche eröffnen frühzeitig Brutsaison

Weißstörche eröffnen frühzeitig Brutsaison

Die Störche am Niederrhein sind ungewöhnlich früh in Frühlingsstimmung, wie der Nabu mitteilt. Der Vorsitzende Peter Malzbender klärt uns über das Verhalten der Störche auf und verrät, warum ein Storchenhorst nicht von Menschenhand gepflegt werden sollte.

Erste Kopulationen konnten in den letzten Tagen von Weißstorchpaaren in Bislich, Spellen, auf der Bislicher Insel, in Rheinberg und auch im Kreis Kleve beobachtet werden. Das ist ungewöhnlich früh. Viele dieser Storchenpaare waren den ganzen Winter über in unserer Region und Hunger mussten die großen Schreitvögel nicht leiden. Regenwürmer, Maulwürfe und Mäuse standen und stehen zurzeit vorrangig auf dem Speiseplan.

Die Weißstörche, die jetzt bereits zur Brut schreiten, haben meist einen biologischen Vorteil gegenüber den Störchen, die erst in den nächsten Wochen aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Ihre Jungvögel sind viel eher flügge und haben dadurch mehr Zeit, sich mit bester Kondition auf den Zug ins Winterquartier vorzubereiten. Das Zugverhalten der Jungstörche Richtung Süden ist genetisch konditioniert, deshalb können sie sich auch ohne Altstörche auf die lange Reise machen.

Übrigens: Frühjahrsputz am Storchenhorst durch Menschenhand ist oft gut gemeint, aber vollkommen überflüssig. Zudem nach dem Naturschutzgesetzt sogar verboten und nur mit Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde ausnahmsweise zulässig. Die Horste sollen von Jahr zu Jahr wachsen. Die Altstörche sind nämlich an ihre „Immobilie“ gebunden. Die Paare sind in den südlichen Überwinterungsgebieten nicht unbedingt zusammen. Der Storchenmann trudelt meist zuerst am traditionellen Horst in der Brutheimat ein und klappert oft tagelang bis sein Weibchen dann endlich eintrifft. Dann wird meist ganz schnell Hochzeit gefeiert. Auf Veränderungen am Horst können die Tiere sehr empfindlich reagieren.

(Niederrhein Verlag GmbH)