: VRR: Klima schützen

Kaum ein Thema wird derzeit so intensiv diskutiert wie das Klima. Dem hat sich auch die Verbandsversammlung des VRR gewidmet und dem Vorstand vor einiger Zeit den Auftrag gegeben, das Gebiet des VRR als Modellregion im Bundes-Klimaschutzplan vorzuschlagen.

Mit der Vorlage eines ersten Konzeptes hat der Vorstand des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr diesen Auftrag vergangene Woche erfüllt. Mit gleich drei Komponenten will der VRR dafür sorgen, dass vermehrt Menschen auf den öffentlichen Verkehr umsteigen.

Zunächst ist da das Tarifmodell zu nennen, das in Zukunft nur noch zwei Preisstufen kennen könnte. So wären Fahrten in einem Kreis beziehungsweise Stadt für 2 und Fahrten im Verbundsystem für vier Euro pro Einzelfahrt zu haben. Beim Monatsticket soll es dann nur noch 50 beziehungsweise 80 Euro kosten. Zudem soll das Digital-Ticket gestärkt werden, wobei der Kunde nur das bezahlt, was er auch an Kilometern gefahren ist. Damit dies bezahlbar wäre, müsste sich der Bund pro Jahr mit rund 220 Millionen Euro beteiligen.

Auch wenn dies zunächst eine große Summe sei, sei dies doch deutlich günstiger als zum Beispiel der Düsseldorfer Plan eines 365 Euro Tickets, das nur für Düsseldorfer Bürger verfügbar wäre. Dies hätte bei rund 600.000 Einwohnern einen zusätzlichen Bedarf von rund 60 Millionen Euro, während beim VRR-Gebiet rund 7,7 Millionen Bürger zu rechnen sind.

Zudem seien alle nur stadt- oder kreisweiten Lösungen immer mit dem Problem behaftet, dass alle Ein-und Auspendler nicht von solchen Tarifvorteilen profitieren würden.

Komponente zwei liegt in der Stärkung des Leistungsangebotes im Nahverkehr. Hier geht es darum, die Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger zu verbessern: Anbindung von Taxis, Carsharing und Radstationen.

In der Komponente drei geht es schließlich darum, die Infrastruktur auszubauen und neue und leistungsfähigere Fahrzeuge zu beschaffen, um das Fahrplanangebot zu verbessern.

Grundsätzlich sieht VRR-Vorstand José Luis Castrillo gute Chancen für den VRR als Modellregion ausgewählt zu werden, denn als polyzentrische Region mit den komplexen Pendlerverflechtungen könne man im VRR-Gebiet viele Erfahrung sammeln, um den ÖPNV auch bundesweit auszuweiten.