: Sicherheit rund ums Fahrrad

: Sicherheit rund ums Fahrrad

Rund 700 Fahrräder haben in den vergangenen drei Monaten Mai, Juni, Juli ihren alten Besitzer verlassen: Sie wurden in Duisburg gestohlen.

Und immer noch gibt es darunter Fälle, wo das Fahrrad einfach nur mit einem Speichenschloss gesichert war, denn man wollte ja nur mal eben in die Apotheke oder Brötchen holen. „Absolut unzureichend!“ Denn so könne der Dieb das Fahrrad einfach wegtragen. Das Fahrrad müsse immer an etwas festem angekettet werden, machen die Experten klar und dies möglichst mit zwei unterschiedlichen Schlössern. Denn die Erfahrung zeige, dass ein potenzieller Dieb sich mit seinem Werkzeug nur auf eine Schlossart spezialisiert habe.

Doch was nehme ich für ein Schloss, hören die Polizeiexperten immer wieder als Frage. Grundsätzlich kann sich der interessierte Fahrradfahrer in den speziellen Fachzeitschriften oder auch bei Warentest nach entsprechenden Vergleichen umschauen. Dies sei zuverlässig und zeige auch die neuesten Trends bei der Absicherung von Fahrrädern auf. Doch ein Ärgernis bleibt. Ein gutes Schloss kostet meist rund zehn bis fünfzehn Prozent des Werts des Fahrrades und zweitens sei ein gutes Fahrradschloss auch schwer. Denn nur mit gehärteten Materialien sei ein zuverlässiger Schutz gewährleistet, wissen die Experten.

Wie beim Einbruchschutz gäbe es natürlich keine absolute Sicherheit, es komme jedoch darauf an, möglichst viel Zeit zu erlangen, bevor ein Dieb das Fahrrad mitnehmen könne. Deshalb würden bei massiven Schlössern die Versuche, dies zu knacken, auch deutlich geringer ausfallen als dies bei einfach Schlossbauarten der Fall sei.

Und noch etwas liegt relativ neu im Trend. Manche Fahrraddiebe öffnen Garagen und Gartenlauben, weil hier Fahrräder oft völlig ungesichert zum Diebstahl bereitstehen. „Ketten Sie ihr Fahrrad auch in ihrer Garage an“, lautet denn auch der dringende Rat der Experten.

Über all dies und noch einiges mehr informierte die Polizei am frühen Montag vor dem Allwetterbad in Homberg. Daneben ging es jedoch auch um die Aktion „Zerbrich dir nicht den Kopf“. Wie schon in den Vorjahren gab es dazu Informationen zum Thema Fahrradhelm. Der Leiter der Verkehrsunfallprävention, Arndt Rother, beklagte, dass es keine Helmpflicht für Fahrradfahrer gibt. Bei der Einführung der Gurtpflicht im Auto hätten sich alle beklagt, heute fühlen sich die Menschen irgendwie nackt, wenn sie nicht angeschnallt sind. Dieses Gefühl müsse man auch auf dem Fahrrad bezüglich des Helms entwickeln.“

Denn die Unfallstatistik offenbart ganz klare Zahlen. Von den getöteten Fahrradfahrern hatten über 80 Prozent keinen Helm auf. Dabei stellt die Polizei bei Aktionen wie jetzt in Homberg fest, dass alle Angesprochenen wissen, dass ein Helm lebenswichtig sein kann. Dies führt dann zu paradoxen Situationen, dass Eltern ihre Kinder dazu anhalten, Helm zu tragen. Sie selbst rollen beim Familienausflug jedoch unbehelmt neben ihren Kindern her. Oder selbst niederländische Radler tragen bei uns Helm während sie in Holland ohne Helm unterwegs sind. Die Begründung: „In Holland trägt ja kaum jemand Helm, da sieht man mit Helm so komisch aus.“

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