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Schülern Perspektiven aufzeigen

Schülern Perspektiven aufzeigen

„Fürs Leben lernen wir!“ Dieser alte Leitspruch gerät im Schulalltag viel zu häufig unter die Räder. Hier will sich die Gustav-Heinemann-Realschule gegen den Trend stemmen.

So kann man zumindest die Methodentage verstehen, die alljährlich an zwei Tagen im Schuljahr für alle Klassenstufen angesetzt sind. Geht es in den unteren Klassen primär noch darum, den Schülern Wege aufzuzeigen, wie man besser den Lernstoff aufnehmen kann, gibt es in den oberen Stufe

n reichlich Gelegenheit, sich auf das Leben nach der Schule vorzubereiten. Und gerade in diesem Bereich setzt man an der Duisburger Gustav-Heinemann-Realschule Zeichen.

Die kommissarische Schulleiterin Agathe Schüren formuliert dabei durchaus den Leitgedanken, der unmittelbar an den Bildungsauftrag der Realschule anknüpft: „Wir wollen unsere Schüler auch in die Lehre und Berufsausbildung bringen!“ Dies sei oft der bessere Weg als das Hinarbeiten auf ein Fach- oder Vollabitur, ohne wirkliche Vorstellungen zuhaben, was man damit anschließend machen möchte. „Die Option „Lehre“ ist bei den Schülern, aber auch bei den Eltern der Schüler, oft gar nicht im Fokus der Überlegungen“, beschreibt Agathe Schüren. Und fügt an: „Damit unsere Schüler Perspektiven entwickeln können, müssen sie die Anschlussmöglichkeiten nach dem Ende der Schule kennen lernen. Dies ist ein Grund für die Art der Methodentage, wie wir sie anbieten.“

So ging es dieser Tage konkret darum, wie man Bewerbungen schreibt und wie man sich in diesen so präsentiert, dass man nicht im Stapel der Bewerbungen unten liegen bleibt. Konkret auf die Stelle bewerben, lautete hier das Schlagwort. „Man muss merken, warum man sich für die ausgeschriebene Ausbildung, Stelle bewirbt“, lautete der Ratschlag einer Projektgruppe von Studenten, die extra von der Realschule zum Projekttag eingeladen wurde. Doch nicht nur diese Studentengruppe stand bereit, um den Projektunterricht zu gestalten. Auch von der Firma DB-Schenker und einer Personal-Beratungsfirma waren Mitarbeiter in die Schule in der Duisburger-Stadtmitte gekommen, um Strategien für eine effektive Bewerbung vorzustellen.

Grundsätzlich wartet man

in der Gustav-Heinemann-Realschule jedoch nicht auf die Phase des unmittelbar bevorstehenden Schulabschlusses. Vielmehr setzt man deutlich früher an: So findet bereits in der achten Klasse eine Potentialanalyse statt, um für jeden Schüler konkret herauszufinden, wo und welche Stärken der Einzelne hat. Auch ein 14-tägiges Betriebspraktikum gehört zum Repertoire der Angebote, um Schülern Wege und Möglichkeiten für die spätere Berufswahl aufzuzeigen.

Abgerundet wird das Angebot mit einer Berufsberatung, die in der Schule stattfindet. Alles Wege, um konkrete Wege aufzuzeigen, meint Agathe Schüren und fügt an: „Heute gibt es im Unterschied zu früher viele Alternativen für den Bildungs- und späteren Berufsweg. Zu viele Perspektiven machen jedoch auch unsicher, was für einen Weg man gehen möchte. Hierbei wollen wir den Schülern helfen.“

(Niederrhein Verlag GmbH)