Nur noch 30 ihrer Art: Rettet den Vaquita!

Nur noch 30 ihrer Art : Rettet den Vaquita!

Kaum eine Tierart ist so sehr vom Aussterben bedroht wie der Vaquita, ein kleiner Schweinswal, der ausschließlich im Golf von Kalifornien vorkommt. Im Delfinarium des Zoos Duisburg machte ein Aktionstag auf seine Situation aufmerksam.

Das Delfinarium ist für einen Wintertag außerordentlich gut besucht, über 700 Zuschauer sind am Samstagnachmittag zur Vorstellung da, überwiegend Familien mit Kindern. Als sie sich nachher wieder nach draußen schieben, versucht Tierpflegerin Angie Peschke einige aufzuhalten. "Du kannst jetzt dem Vaquita ein Gesicht geben, Deine Mutter muss dafür das hier lesen." Und drückt dem Nachwuchs Blatt und Stifte, den Eltern dafür einen Flyer in die Hand. Darauf sind die dramatischen Fakten zum Vaquita nachzulesen: Der Bestand im einzigen Verbreitungsgebiet, dem nördlichen Golf von Kalifornien, ist auf nur noch etwa 30 Tiere geschrumpft. Illegale Stell- und Geisternetze machen der kleinen Delfinart zu schaffen. "Wir müssen Zeit gewinnen" erklärt am Telefon Dr. Lorenzo von Fersen, Biologe am Nürnberger Zoo und als Vorsitzender der Tierschutzorganisation Yaqu Pacha sowohl mit den Kollegen in Duisburg wie vor Ort in Mexiko in engem Austausch. "Das Verbot der Fischerei dort muss konsequenter durchgesetzt werden", sagt von Fersen, aber er weiß auch: "Artenschutz mit vollem Bauch macht sich leicht ..." Den Menschen vor Ort, die ja nicht den Vaquita, sondern den Totoaba fischen wollen, weil der sich teuer nach China verkaufen lässt, müssen andere Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden. Die Fischerei ist ein doppeltes Problem: Einerseits gehen Vaquitas als Beifang ins Netz, andererseits lassen die Fischer ihre Netze im Wasser zurück, wenn Patrouillenboote auftauchen. Zahllose Geisternetze schwimmen mittlerweile im Golf von Mexiko, bis zu 600 Meter lang und 20 Meter tief sind sie für den Vaquita eine tödliche Falle.

"Es gibt noch eine Chance", erklärt von Fersen, "es konnten Arten erhalten werden, von denen es nur noch vier Exemplare gab." Genetik macht's möglich — und Zoos, ohne die es etwa Sibirische Tiger, wie sie neben dem Delfinarium in Duisburg zu bewundern sind, nicht mehr gäbe.

"Ich konnte Fotos vom Duisburger Aktionstag nach Mexiko schicken", berichtet von Fersen. "Allein der internationale Druck, der so entsteht, beeindruckt die Verantwortlichen vor Ort und kann dazu führen, dass dort wirkungsvoll was unternommen wird."

Die Vorlagen des Vaquitas zum Ausmalen stammen von "Rhineheart"-Schöpfer Jörg Mazur . Er hat außerdem eine Vaquita-Skulptur im Maßstab 1:2 mitgebracht, die aus seiner Skulpturen-Installation aller 45 Delfine und Delfinartigen stammt. Am Aktionstag hat er außerdem im Delfinarium einen Vaquita in Öl gemalt. Den möchte von Fersen am liebsten nach Mexiko an den Präsidenten schicken, "als starkes Zeichen, dass wir den kleinen Wal noch nicht aufgegeben haben."

Kontakt: www.yaqupacha.de/vaquita

(Niederrhein Verlag GmbH)
Mehr von Stadt-Panorama