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Personalrochade bei der Stadt Duisburg

Grüne: „Bankrotterklärung der SPD“ : Krützberg wird Hausmeister

Vom Dezernenten für fast alles zum Mann fürs grob Vernachlässigte: Thomas Krützberg soll das schwer in der Krise steckende Immobilienmanagement Duisburg (IMD) übernehmen. Dafür wird seine Dezernentenstelle zum 1. Mai 2020 neu ausgeschrieben.

Die Ratsmitglieder sind für Montag, 16. Dezember, zu einer Sondersitzung aufgerufen. Einziger Tagesordnungspunkt: die Beschlussvorlage zur Ausschreibung einer Beigeordnetenstelle für das Dezernat für Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales. Begründung: „Der bisherige Beigeordnete wird mit Wirkung vom 01.05.2020 neue Aufgaben übernehmen.“ Das wiederum sollen zwei Stunden vorher die Mitglieder des Personal- sowie des IMD-Betriebsausschusses entscheiden, die ebenfalls zu einer Sondersitzung zusammenkommen. „Abberufung und Bestellung der Betriebsleitung (des IMD, d. Red.)“, heißt es für sie lapidar. Beide Sondersitzungen sind nicht öffentlich.

Die Duisburger Grünen wittern hinter der Personalrochade ein mieses Spiel der SPD, wenn nicht eine „Bankrotterklärung“. So kommentiert ihr Sprecher Felix Lütke: „Das ist der neue Höhepunkt der Selbstbedienungsmentalität der SPD in Duisburg.“ Die SPD würde sich damit noch vor der Kommunalwahl einen Dezernentenposten sichern, der ansonsten erst nach Krützbergs geplantem Ruhestand 2021 frei geworden wäre. „Kurz vor Toreschluss“ würden so für die nächsten acht Jahre Fakten im Verwaltungsvorstand geschaffen.

„Dass es sich hierbei um was anderes als einen Deal um einen Versorgungsposten handelt, glaubt wahrscheinlich nicht einmal der Oberbürgermeister selbst“, so Lütke. Und Grünen-Sprecherin Birgit Beisheim ergänzt: „Dieser Vorgang ist die Bankrotterklärung der SPD. Sie glauben nicht mehr daran, die Kommunalwahl zu gewinnen, und sichern sich die Posten daher lieber jetzt noch, bevor sie von den Wähler*innen die Quittung bekommen. Wir verurteilen diesen schlechten Stil und fordern den Rat auf, dieses faule Spiel nicht mitzumachen.“

Tatsächlich könnte die SPD mit der „Verschiebung“ ihres Genossen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: eben mit der Sicherung des ziemlich umfangreichen Dezernats für die nächsten acht Jahre auf der einen und einem kompetenten Krisenmanager fürs angeschlagene IMD auf der anderen Seite. Krützberg, der sich als Leiter des Jugendamtes ab 2001 sehr viel Anerkennung erarbeitet hat, durfte sich als frisch gewählter Kulturdezernent gleich mal um die Sanierungsgroßbaustelle Mercatorhalle kümmern – und hat das nach allgemeinem Dafürhalten ziemlich gut hinbekommen. Als gleichzeitig Schuldezernent sperrte er sich gegen Schulneubauten und haderte mit dem desolaten Zustand der vorhandenen Gebäude. Da kann er als Leiter des IMD gleich angreifen. Dem Vernehmen nach soll er seine Arbeit dort schon Anfang des kommenden Jahres aufnehmen. Wie sagt er selbst bei jeder Gelegenheit? „Glück auf!“