Mit Rollen Sicherheit schaffen

Mit Rollen Sicherheit schaffen

Sicherheit in unseren Städten ist spätestens seit den Anschlägen von Nizza beim französischen Nationalfeiertag am 14. Juni 2016 und dem Weihnachtsmarktanschlag in Berlin am 19. Dezember des gleichen Jahres ein vieldiskutiertes Thema.

Im Grunde stehen alle Veranstalter vor dem gleichen Dilemma, denn gegen große LKW mit 40 und mehr Tonnen ist kaum ein Kraut gewachsen, wenn sie denn als Waffe gegen Menschen eingesetzt werden. Wer will schon seine Zugangsstraßen zur Stadtmitte oder den Veranstaltungsorten mit massiven Stahlbarrieren verbauen, zumal Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr oder Polizei im Notfall passieren müssen. Hoch und runter fahrbare Pollersysteme sind teuer und wartungsanfällig. Zudem zerlegen sich Fahrzeuge an solchen Sperren geradezu: Trümmer fliegen dann eventuell sogar in den Bereich, der eigentlich geschützt werden soll. Viele Städte behelfen sich derzeit damit große Wasserbehälter oder massive Betonsperren aufzustellen, obwohl diese bei Tests nicht gut abschnitten: Entsprechend beschleunigte Laster schieben diese vielfach weg!

Wesley Duarte glaubt an sein Produkt und leistet derzeit Überzeugungsarbeit: „Mit einem neuen Produkt hat man es immer schwer am Markt. In Australien und Afrika ist das System aber schon im Einsatz und hat sich bewährt.“. Foto: vowie

Hilfe könnte ein System schaffen, dass in Südkorea im Grunde als ein neuartiges Leitplankensystem entwickelt wurde. Vertikal in "Stahlbalken" gelagerte Kunststoffrollen sorgen dafür, dass Fahrzeuge, die gegen die Leitplanken fahren, einfach auf die Straße zurückgelenkt werden.

Wesley Duarte, der in Rheinhausen mit der Duarte Handels GmbH ansässig und mit dem Europavertrieb der Safety Roller"-Leitplanken betraut ist, kam auf die Idee, das System auch als Sicherheitseinrichtung im öffentlichen Raum zu nutzen. Dabei werden die Systeme in Führungsbuchsen, die in der Straße oder dem Platz eingelassen sind, eingesteckt.

Da diese "Leitplanken" schräg zur Fahrtrichtung angeordnet sind, werden Fahrzeuge einfach seitlich abgelenkt. Die dahinter stattfindende Veranstaltung wird nicht beeinträchtigt. Trotzdem können langsam fahrende PKW die doppelt angeordneten Sicherheitssysteme problemlos umfahren. Ein Zugang für Polizei- und kleine Rettungsfahrzeuge ist somit problemlos möglich.

Ist gerade keine Veranstaltung, kann man die Sicherheitssysteme einfach mit einem kleinen Kran wieder entfernen. Die Bodenhülsen werden dann, ähnlich wie mit einem Gullideckel, verschlossen. "Experten, denen wir das System vorgestellt haben, zeigten sich begeistert", beschreibt Wesley Duarte und hofft, das Produkt in kommender Zeit anbieten zu können. Auch wenn das Ganze in Korea schon erfolgreich getestet worden ist, steht er derzeit vor Tests durch die entsprechenden deutschen Behörden, um sein System auch entsprechend zertifizieren zu können.

Einer der, die sich das System schon angesehen hat, ist Michael Birr, Geschäftsführer der MoersMarketing GmbH: "Das vorgestellte Produkt erscheint mir im Kanon der vielen Möglichkeiten als gute Optionen. Vor allem die orange-roten Rollen des Systems haben eine deutliche Signalwirkung. Das verhindert möglicherweise, dass überhaupt jemand versucht, da durchzubrechen. Das schreckt ab!"

Wesley Duarte hofft, dass zum Beispiel auch die Stadt Duisburg sein System im Sicherungskonzept mit einbezieht, zumal das "Plankenkonzept" deutlich günstiger ist als vergleichbare Pollerlösungen. Und für Duisburg gäbe es noch einen Vorteil, falls die Nachfrage nach Sicherungsplanken entsprechend sein sollte. "Sollte unser System angenommen werden, würden wir auch in Duisburg produzieren. Das bedeutet Arbeitsplätze."

(Niederrhein Verlag GmbH)
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