Letztes Mal für Kai Gottlob

Sommerkino zieht Bilanz : Höchstes internationales Niveau

Das Sommerkino hat mit einer Auslastung von 93 Prozent das drittbeste Ergebnis seit seinem Bestehen erreicht.

Am letzten Abend hat sich Kai Gottlob vom Sommerkino verabschiedet. „Das war schon sehr emotional, ich musste mich dreimal verbeugen.“ Der Leiter des Filmforums geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. „Das nächste Sommerkino wird auf jeden Fall noch die Handschrift von Kai Gottlob tragen“, versprach aber Landschaftsparkleiter Ralf Winkels bei der Bilanzpressekonferenz am Montag.

43.590 Zuschauer an 44 Spielterminen, damit dürfte das Kino im Landschaftspark das deutschlandweit stärkste Open-air-Kino sein. Die Hälfte der Vorstellungen war ausverkauft. Und eigentlich noch mehr, doch es kommt immer wieder vor, dass vorbestellte Karten nicht abgeholt werden und wieder in den Verkauf gehen – und nicht immer versucht dann noch jemand sein Glück. Auch im Mitternachtskino blieben Plätze leer.

„Es gab unglückliche Momente, etwa als wir gemerkt haben, dass das Dach klemmt“, sagt Gottlob. „Zumindest an den Regentagen stand es an der richtigen Stelle.“ Ralf Winkels sagte, das Dach werde im Laufe der nächsten vier Wochen repariert. Im nächsten Jahr soll es außerdem eine neue Leinwand geben. Auch an der Tonqualität wird gearbeitet, um gerade bei deutschen Filmen mit Originalton die Sprachverständlichkeit zu verbessern.

Der Vorverkauf sei so gut gelaufen wie lange nicht mehr. Immerhin 15.000 Leute tummelten sich zu Spitzenzeiten in den Online-Warteschlangen. Die realen Schlangen am Filmforum und im Landschaftspark wurden durch Nummernausgabe entschärft. „Die kaufen ja für ihre ganze Straße ein“, sagt Simone Scheidler vom Filmforum-Team; Rekord-Einzeleinkauf waren Tickets für 1.530 Euro!

Dafür, dass 2018/19 ein „bescheidenes Kinojahr“ war, so Gottlob, sei das Ergebnis mehr als zufriedenstellend. „Ich will die Bilanz nicht auf Zahlen reduzieren“, setzt er hinzu. Die drei Filmkonzerte mit „The General“ und den Duisburger Philharmonikern etwa haben ein paar hundert der insgesamt 1.073 Plätze in der Gießhalle gekostet, weil ja das Orchester untergebracht werden musste, aber was die Philharmoniker und der bald 83-jährige Komponist und Dirigent da abgeliefert haben, „das war höchstes internationales Niveau“, so Gottlob, „das geht nicht besser.“ Stehende Ovationen an allen drei Abenden zeigten auch, wie stolz die Leute auf diese Veranstaltung sind. Carl Davis habe seine emotionale Verbindung zu Duisburg mehrmals bekundet. Und Sönke Wortmann hatte gleich noch Christoph Maria Herbst mitgebracht, damit der mal „das beste Open-Air-Kino Deutschlands“ sieht.

Das übrigens gerade in Verhandlungen über einen neuen Namen steht – die Sponsoringverträge sind ausgelaufen.

Mehr von Stadt-Panorama