Lärmsanierungsprojekt der Deutschen Bahn für Rheinhausen/Rumeln-Kaldenhausen vorgestellt: DB fördert Schallschutz

Lärmsanierungsprojekt der Deutschen Bahn für Rheinhausen/Rumeln-Kaldenhausen vorgestellt : DB fördert Schallschutz

Die Deutsche Bahn (DB) will ab 2022 an den Bahnstrecken im Bezirk Rheinhausen/Rumeln-Kaldenhausen Lärmsanierungen vornehmen. Das Projekt wurde in einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Rahmen einer Sondersitzung der Bezirksvertretung am Donnerstag vorgestellt.

Ausgehend vom Bahnhof Rheinhausen-Ost über den Friemersheimer Bahnhof, den Rumelner Bahnhof bis zum Trompeter Bahnhof, hat die DB entlang der Bahnstrecke ein schalltechnisches Gutachten erstellt, was Sanierungsbedarf ausweist. Mehrere Millionen Euro, die das Bundesverkehrsministerium bereitstellt, sollen künftig in Schallschutzwände investiert werden und stünden als Fördergelder für den passiven Schallschutz an Wohngebäuden entlang der Schienenwege zur Verfügung, berichtete Projektleiter Andreas Tecklenburg von der DB Netz AG aus Köln in der Bezirksvertretung.

Die bis zu drei Meter über Bahnschiene hohen Schallschutzwände seien gelochte hochabsorbierende Elemente, die mit Mineralwolle gefüllt rund 10 dB (A) Schallpegel schlucken würden. Dies entspräche einer Reduzierung der empfundenen Lautstärke um etwa die Hälfte. Fragen von Seiten der Bezirksvertreter, ob man nicht auch natürliche, zu begrünende Erdwälle anstatt der künstlichen Schallschutzwände zum Einsatz bringen könnte, wurden zwar als Anregung aufgenommen, erscheinen aber wenig praktikabel.

Dazu Markus Riedel vom Amt für Stadtentwicklung am Rande der Diskussion: „Zum einen ständen sie mit ihrem Gipfel zwangsläufig weiter weg vom Gleis und hätten dadurch weniger Schallschluckwirkung, zum anderen ließen sie sich sicherlich nicht lückenschließend realisieren, weil auch Fremdgrundstücke, also nicht im Eigentum der Bahn oder der Stadt Duisburg, betroffen wären. Auch nicht auszuschließen ist, dass an manchen Stellen der Platz einfach gar nicht vorhanden ist, um Wälle aufzuschütten.“

Weiteren Anfragen zur Begrünung der Schallschutzwände wurde vom DB-Projektleiter der Lärmsanierung eine klare Absage erteilt, weil dadurch die schallisolierende Mineralwolle im Inneren der Wände auf Dauer zersetzt werden würde. Gegen einmalige Graffiti-Attacken seien die Wände jedoch geschützt. Kurzum, es wird leiser entlang der Bahnstrecke, aber wohl nicht schöner…

Für einige Bürger, die zur Veranstaltung ins Bezirksrathaus Rheinhausen gekommen waren, stand selbstverständlich die in Aussicht gestellte Förderung beim passiven Schallschutz an ihren Wohngebäuden im Fokus. Was und in welcher Höhe wird gefördert? „Wenn ihr Wohnhaus im Schallgutachten berücksichtigt wurde, dann können besondere schallisolierende Fenster, schallgedämmte Wandlüfter und Außendämmung gefördert werden - und zwar in Höhe von 75 % der anfallenden Sanierungskosten. Ein Eigenanteil von 25 % verbleibt beim Hausbesitzer“, so DB-Projektleiter Tecklenburg.

Kein Eigenheimer muss jetzt aber in vorschnellen Aktionismus verfallen, denn alle Eigentümer der im Schallgutachten erfassten Wohnhäuser, die für eine Förderung der Lärmsanierung in Frage kommen, werden aktiv von der Deutschen Bahn kontaktiert, und zwar im Laufe des kommenden Jahres. „Wenn der Hauseigentümer wünscht, dass ein kostenloses Gutachten erstellt werden soll, was den Bedarf an Schallschutz für seine Immobilie ermittelt, dann schicken wir einen Gutachter raus. Kosten und Nutzen einer Maßnahme müssen selbstverständlich in einem gesunden Verhältnis stehen. Entscheidet sich der Hausbesitzer dann für die Sanierung, erfolgen die Ausschreibung und der Vertragsschluss“, erläutert der Projektleiter der DB-Lärmsanierung. 2022/23 könnte dann die jeweilige Schallschutzsanierung an den Wohnhäusern umgesetzt werden.

Nach der Vorstellung des Projektes hatten die Bürger noch die Gelegenheit, die vorläufigen Planskizzen, die im Sitzungssaal aushingen, zu studieren, sowie weitere Fragen zu stellen. Sowohl die anwesenden Volksvertreter als auch die Bürger befanden die DB-Maßnahme als grundsätzlich begrüßenswert, wenn auch man den Eindruck hatte, dass das Thema noch nachhallen wird.

Weitere Infos zur Lärmsanierung bei der DB gibt es online unter :

www1.deutschebahn.com/laerm

(TV)
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