: Kulminationspunkt Hambi

: Kulminationspunkt Hambi

Am Montag beginnt die 43. Duisburger Filmwoche – erstmals unter der Leitung der neuen Doppelspitze für Filmwoche und „doxs!“, Gudrun Sommer und Christian Koch. Eröffnungsfilm: „Hambi – Der Kampf um den Hambacher Wald“.

. Nach der offiziellen Eröffnung am Montagabend mit hoffentlich Lob und Mut spendenden Reden und allgemeiner Einigkeit über die Wichtigkeit und Bedeutung der Filmwoche treffen um 21 Uhr entgegengesetzte Blickwinkel aufeinander: von denen oben in den Baumhäusern und denen unten bei den Polizeiaufmärschen. Protestlieder gegen gepanzerte Fahrzeuge und schweres Gerät: „Hambi – Der Kampf um den Hambacher Wald“ von Lukas Reiter zeigt, wie der Konflikt zwischen Erhalt und Zerstörung der Natur kulminiert.

24 Filme werden bei der Filmwoche gezeigt, wie immer nacheinander, und nach jeder Vorführung wird erstmal diskutiert (und protokolliert). Das und die Auswahl der Filme durch eine Kommission sorgen dafür, dass die Duisburger Filmwoche weiterhin das bedeutendste deutschsprachige Dokumentarfilmfestival bleibt. Weshalb es an Besuchern aus ganz Deutschland und aus dem deutschsprachigen Ausland – Journalisten, Studenten, Filmschaffende und -lehrende – nicht mangeln wird. Auch der Bildungsurlaub, den die Vhs zur Filmwoche anbietet, ist ein Selbstläufer.

Schön wäre, auch mehr Duisburger im Publikum zu sehen. „Die Leute, die noch nicht da waren, ahnen, dass da Filme laufen, die sie was angehen“, sagt Gudrun Sommer, für die es nicht vorstellbar ist, dass es bei einer Einwohnerzahl wie in Duisburg nicht ein Publikum für die Filme des Festivals gibt. Daneben freut sie sich über „symbolische Identifikation“ wie im Falle des Taxifahrers, dessen Tochter in der Kindersparte „doxs!“ (siehe unten) mitmacht und „der das dann gut findet.“

Die Zusammenarbeit mit der Stadt, die vergleichsweise lange Findungsphase bis zur Einrichtung der Doppelspitze, die hat jedenfalls schon viel gebracht, das bestätigen Koch und Sommer gleichlautend. Aus prekär beschäftigten Freelancern wurden immerhin vier Vollzeitstellen, die sich sechs Leute aufteilen. Nach wie vor in Trägerschaft der Volkshochschule, ist auch der Rückhalt der weiteren Förderer und Geldgeber nach wie vor groß. Apropos Geld: Der Preis der Stadt Duisburg wird erstmals an den besten kurzen oder mittellangen Film (bis zu 65 Minuten) vergeben. Damit ist die „Carte blanche“ vom Land NRW dann einziger und „wirklicher“ Nachwuchspreis. Und die Hauptpreise von Arte und 3sat sowie den von der starken Leserjury vergebenen Publikumspreis der Rheinischen Post gibt’s ja auch noch.

Und jetzt erst mal 24 Kandidaten für die Preise zu bekucken, Filme von bekannten Namen wie Thomas Heise, Bernd Schoch oder Katrin Schlösser ebenso wie neuer junger Filmschaffender. Also: Zeig Dich, Duisburg, und schau hin!

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