: „KreAktive Blaupause“

: „KreAktive Blaupause“

In der vergangenen Woche wurden die neuen Räumlichkeiten der Ruhrort-Projekte „KreAktiv“ und „Parkranger“ im Maximilianhaus offiziell eingeweiht.

Die Projekte sind schon im April vom ehemaligen Gemeindehaus in das katholische Pfarrheim am Maximiliansplatz umgezogen – aber es dauert eben, wenn sich so viele Beteiligte auf einen Termin einigen müssen. Als da wären: Haniel, Stadtsportbund, Jobcenter und Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA). Sie waren allesamt prominent vertreten, dazu viele Aktive und Interessierte aus dem Hafenstadtteil.

„Wir haben uns gedacht, die Miete kann man besser an einen Förderverein als einem Privatinvestor zahlen“, erklärte Jutta Stolle von Haniel eine Motivation für den Umzug – Vermieter des Pfarrheims ist der Förderverein für den Erhalt der Schiffer- und Gemeindekirche St. Maximilian. Die Umzugs- und Renovierungsarbeiten wurden von den Parkrangern und KreAktiven selbst gestemmt.

Die Parkranger, von Haniel zum Kulturhauptstadtjahr 2010 ins Leben gerufen, kümmern sich vor allem um Baumscheiben und Blumenampeln. 20 Arbeitsgelegenheiten finanziert das Jobcenter „im schönen Ruhrort, um es noch schöner zu machen“, wie die stellvertretende Geschäftsführerin Birgit Mölders sagte – und um Wege (zurück) in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen. „Es gelingt“, so Mölders: Drei Teilnehmer konnten jüngst eine Ausbildung anfangen.

Vier „KreAktive“ bekommen außerdem einen Arbeitsvertrag beim Stadtsportbund – das Teilhabechancengesetz macht’s möglich. Die „KreAktiven“ sind seit 2012 als Ansprechpartner im Kreativquartier unterwegs, halten Informationen bereit, helfen bei Veranstaltungen und betreuen den äußerst erfolgreichen öffentlichen Bücherschrank, der jetzt ebenfalls im Maximilianhaus untergekommen ist.

„Der Sport ist eine gesellschaftliche Kraft“, stellte Rainer Bischoff als Vorsitzender des Stadtsportbundes klar und machte deutlich, dass der SSB etwa als größter Träger des Offenen Ganztags in Duisburg auch für den sozialen Arbeitsmarkt eine herausragende Rolle spielt.

„In Ruhrort fällt auf, wie wichtig, wie besonders der Stadtteil ist“, sagt Filiz Göcer von der GBA. Die hohe Akzeptanz in der Nachbarschaft trage viel zur Motivation der Parkranger bei: „Ruhrort ist wichtig für die Teilnehmer; die Teilnehmer sind wichtig für Ruhrort.“

Doch haben die beiden Projekte Modellcharakter über den Stadtteil hinaus; das Wort, das in den Ansprachen am häufigsten fällt, ist „Blaupause“. Auch Thomas Krützberg, Beigeordneter „für Vieles in Duisburg“ (Familie, Bildung und Kultur, Arbeit und Soziales), benutzt es. „Ruhrort ist eines der wenigen kulturellen Zentren, die (nach dem Kulturhauptstadtjahr, d. Red.) erhalten wurden“, sagt er, was auch mit der intensiven Netzwerkarbeit im Stadtteil zu tun habe. „Hier haben wir eine Blaupause, mit der wir auch Arbeitgeber überzeugen können, dass es positive Beispiele gibt.“ Jutta Stolle bestätigte, dass es von „Wirtschaft für Duisburg“ und anderen schon ganz viele Anfragen, auch konkret für andere Stadtteile, gebe.

Gute Werbung für die Projekte machte auch das anschließende Buffet, von GBA-Kräften gekocht. Thomas Krützberg hatte allein 44 Frikadellen gezählt, bekam aber keine einzige, weil er weitermusste – Dezernent für Vieles eben.