: Katz und Maus bei Kaas Kappes

: Katz und Maus bei Kaas Kappes

„Kaas Kappes“, das niederländisch-deutsche Festival für Kinder- und Jugendtheater, feiert dieses Jahr ein karnevalistisches Jubiläum: Zum 22. Mal findet es ab Donnerstag im Kom’ma-Theater statt. Passenderweise kommt die Comedia Colonia ...

Theater und Karneval, das sind ja nahe Verwandte, das gilt weiß Gott nicht nur fürs Kinder- und Jugendtheater. Das ist nur oft etwas besser darin, auch Ernstes mit dem nötigen Spaß anzugehen.

Und wie erwachsen sind drei Fernsehmoderatoren, die sich permanent um ein Mikrofon streiten? In „PAK’M“ kämpfen sie um Aufmerksamkeit wie kleine Kinder und liefern sich wilde Verfolgungsjagden. Das fantasievolle Bühnenbild bietet dabei reichlich Gelegenheit, sich zuverstecken, Katz und Maus zu spielen – Stan und Olli, Tom und Jerry lassen grüßen – aber in „PAK’M“ sind sie zu dritt ... Das Stück der niederländischen Gruppe Bonte Hond wird am Donnerstag das Festival eröffnen.

Keineswegs karnevalistisch ist allerdings das Stück „Heldenzentrale“ der Comedia Colonia aus Köln, der einzigen deutschen Produktion im Festivalprogramm. Schauplatz ist ein Lkw, der ausnahmsweise nicht in einem Rheinhauser Wohngebiet steht, sondern irgendwo im Nirgendwo. Olivia und Gallip machen ihn zu ihrem Geheimquartier, setzen ihn wieder in Bewegung und fahren dorthin, wo Helden wohnen und die beiden ihre Superkräfte entfalten können.

In „Paper“ von Dadodans aus Amsterdam entdecken drei Tänzer, was Freundschaft für sie bedeutet – in einer Welt aus Papier. Sie lassen es flattern, reißen, knistern, lassen Welten entstehen und zerknittern sie wieder.

Temperamentvollen Tanz zeigen auch De Dansers aus Utrecht mit „Lepeltje lepeltje“: In einer Welt voller Matratzen suchen sie nach dem magischen Moment, in dem die Gesetze der Schwerkraft aufgehoben scheinen. Es geht um Akrobatik, Energie, Musik – und darum, sich zu trauen, einem anderen in die Arme zu fallen.

Finaler Höhepunkt wird am Sonntag die Verleihung des 22. Niederländisch-Deutschen Autorenpreises. Eine vierköpfige Jury hat sich dafür durch 137 neue Stücke gelesen. Der oder die Preisträgerstücke haben gute Chancen, einen Verlag zu finden und aufgeführt zu werden – und sind dann vielleicht nächstes Jahr bei Kaas Kappes zu sehen!