Katastrophe im Theater Duisburg: 80.000 Liter Wasser ausgelaufen

80.000 Liter Wasser ausgelaufen : Katastrophe im Theater Duisburg

Heute (5.4.) um 7.04 Uhr ist bei der wöchentlichen Routineuntersuchung im Theater Duisburg die Sprenkleranlage ausgelöst worden. 80.000 Liter ergossen sich über Bühne und Unterbühne, in Schächte und angrenzende Räume. „Das ist eine Katastrophe“, sagt Kulturdezernent Thomas Krützberg, „der Worst Case.“ Schauspielchef Michael Steindl: „Wir wissen zurzeit nicht, ob überhaupt noch ein einziger Scheinwerfer funktioniert.“

Eigentlich wollten Krützberg und Steindl heute Morgen im Rathaus eine Bilanz unter die fast abgelaufenen Akzente ziehen. Jetzt mussten sie verkünden, dass das Theater auf absehbare Zeit nicht mehr bespielbar sein wird. Schauspieler Joachim Meyerhoff, der heute und morgen in „Die Welt im Rücken“ für den abschließenden Höhepunkt vor zweimal ausverkauftem Haus sorgen sollte, ist auf dem Flughafen Wien umgekehrt. Die Holzrückwand des Bühnenbilds wird das Burgtheater Wien vermutlich noch in Duisburg verschrotten; ob der Rest am Sonntag wie geplant abtransportiert werden kann, ist völlig offen. Es waren zusätzliche Seilzüge für die bis zu 600 Kilogramm schweren Elemente angebracht worden - keiner weiß bis jetzt, ob sie noch funktionieren.

Dementsprechend kann auch der entstandene Schaden noch nicht beziffert werden. Wie viele Wochen - oder Monate - das Theater geschlossen bleiben muss, steht noch nicht fest. Jürgen Kugelberg, Geschäftsführer Immobilien Management Duisburg (IMD), erklärte, die Sprenkleranlage des Theaters werde seit ungefähr drei Jahren einmal pro Woche durch eine externe Firma überprüft. Dabei sei heute ein Fehler aufgetreten; der Automatismus sei ausgelöst worden und dann nicht mehr zu stoppen gewesen. Es liege der Verdacht nahe, dass es sich um einen Bedienungsfehler handelt; das IMD werde Regressansprüche prüfen und gegebenenfalls wahrnehmen. Doch jetzt gehe es erstmal um Schadensbegrenzung.

80.000 Liter Wasser müssen abgepumpt werden, zum Teil werden Schächte angebohrt, damit Wasser ablaufen kann. „Betroffen ist die gesamte Technik“, so Kugelberg; auch die Leitungsschächte stehen voller Wasser.

„Alles, was wir vom Netz nehmen konnten, haben wir vom Netz genommen“, so Kugelberg. Das betrifft auch die Brandmeldeanlage. Die Feuerwehr Duisburg stellt deshalb eine Brandwache ab. Die Bauaufsicht hat das Theater bis auf weiteres für alle betriebsfremden Arbeiten gesperrt. Bühnenbereich, die Unterbühne und die technischen Aufzüge stehen unter Wasser. „Den ganzen Umfang der Schäden werden wir erst in ein paar Wochen festgestellt haben“, so Kugelberg.

Ob damit die Saison im Theater vorbei ist, darauf wollten sich Kugelberg, Kürztberg und Steindl noch nicht festlegen. Selbstverständlich fallen die beiden letzten Vorstellungen des Akzente-Theatertreffens (“Die Welt im Rücken“, 5. und 6. April) aus. Wie bereits gekaufte Karten zurückerstattet werden, auch daran wird zurzeit gearbeitet; das Verfahren wird noch bekanntgegeben.

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