Ka-Li macht jetzt Bahn

Kamp-Lintfort beteiligt sich an der Niederrheinbahn GmbH und wird damit Gesellschafter des Eisenbahnstrukturunternehmens. Mit der Gesellschaft soll das Projekt der Gleisanbindung vorangetrieben werden.

Ziel ist es, dass schon zur Landesgartenschau die ersten Züge über die Gleistrasse zwischen Kamp-Lintfort und Moers fahren.

Bis zuletzt liefen die Verhandlungen zwischen der Stadt Kamp-Lintfort und der R.A.T.H Gruppe, ein privates Eisenbahnstrukturunternehmen aus Düren. In der vergangenen Woche wurde dann in nicht öffentlicher Sitzung Nägel mit Köpfen gemacht, und die Beteiligung der Stadt an der Niederrheinbahn GmbH beschlossen. "Ein im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechendes Ereignis", freute sich Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt. 25 Prozent der Anteile der neuen GmbH wird Ka-Li halten, die restlichen 75 Prozent die R.A.T.H-Gruppe.

Die GmbH nimmt jetzt so schnell es geht die Sanierung der Gleistrasse von Kamp-Lintfort bis zum Bahnhof Rheinkamp in Angriff. Das wird jedoch in der Tat keine kleine Aufgabe. Bis 2013 fuhren auf der Trasse noch die Kohlezüge. Doch das Schienenwerk hat seine besten Tage längst hinter sich. "Die Gleise sind verschlissen, wir müssen das Gleisbett komplett auswechseln", erklärt Arne Gogol vom städtischen Planungsamt. Zugsicherungstechnik und Signalanlagen müssen installiert, die Bahnübergänge auf der Strecke überprüft und ausgebessert werden. Dazu wird ein 1,2 Kilometer langes Gleisstück zwischen City und Kattenstraße komplett neu gebaut. Start- und Endpunkt soll der Parkplatz der Hochschule im Zentrum sein. Die erste Haltestelle in Richtung Moers läge dann an der Kattenstraße, die weiteren Haltestellen auf dem Weg zum Moerser Bahnhof wären Repelen, der Bahnhof Rheinkamp und Eick. Eine besondere Herausforderung stellt der Bahnhof Rheinkamp dar. Hier wird ein Gleisbogen gebaut um den komplizierten und zeitintensiven Richtungswechsel der Züge zu umgehen. Für das gesamte Projekt sind Kosten von 15,5 Millionen Euro eingeplant, "aber wir rechnen mit rund 13 Millionen Euro an Fördergeldern", erklärte Arne Gogol.

Geht es nach dem Willen von Christoph Landscheidt, fahren die ersten einzelnen Züge als Pendelzüge bereits zur Landesgartenschau in 2020. 2021 soll Kamp-Lintfort dann seinen regulären Schienenpersonennahverkehrsanschluss erhalten. Wenn alle Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind, die Haltestelle Kattenstraße und der Gleisbogen Rheinkamp gebaut sind, bricht endgültig ein neues Zeitalter in Kamp-Lintfort an: Denn dann fährt ein Mal die Stunde die neue Linie RE44 von Bottrop über Oberhausen, Duisburg und Moers bis in die City von Kamp-Lintfort ...

(Niederrhein Verlag GmbH)
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