Jetzt ist die Stadt am Zug

Jetzt ist die Stadt am Zug

Sprecher der Initiative „DU erhält(st) Kultur“ haben gestern weitere Schritte auf dem Weg zu einem soziokulturellen Zentrum für Duisburg aufgezeigt. Für eine Probephase gibt’s Gelder von Bund und Land.

Freien Raum für freie Menschen und Szenen, den gibt’s in oder vielmehr von Duisburg schon lange nicht mehr. Worte pflastern seinen Weg, der nicht steinig ist, sondern papieren. Es ist ein bisschen wie mit Reinhard Meys „Antrag auf Erteilung eines Antragformulars“: Bevor ein Soziokulturelles Zentrum ermöglicht wird, muss erstmal das Ermöglichen ermöglicht werden. Das wurde auf der 1. Duisburger Kulturkonferenz mit dem mehrteiligen Arbeitspanel „Ermöglichen – So geht das“ beschlossen: die Einrichtung einer beim Kulturdezernat der Stadt angesiedelten „Ermöglichungsgruppe Soziokulturelles Zentrum“. Das Versprechen, diese Gruppe einzurichten, hat Kulturdezernent Thomas Krützberg im September 2018 im Grammatikoff bei der öffentlichen Veranstaltung zum Thema „Soziokultur in Duisburg“ wiederholt.

Jetzt kommt Bewegung in die Sache, vom Ermöglichen-Ermöglichen könnte es zum Erproben gehen. „Wir haben die Vorarbeit geleistet“, sagen Sarah Berndt, Christina Böckler, Anna Hilfrich, Luise Hoyer, Stefan Schroer und Christian Wagemann von „DU erhält(st) Kultur“, einem Zusammenschluss von in Duisburg (noch) (sozio-)kulturell aktiven Gruppen und Initiativen, bei einer Pressekonferenz gestern im interkulturellen Projektraum „47“, quasi einem privaten Soziokulturellen Zentrum in klein.

Und zwar haben sie Fördergelder bekommen, 23.000 vom Bund, 5.000 vom Land NRW, um das von „DU erhält(st) Kultur“ entwickelte Konzept zur Erprobung eines Soziokulturellen Zentrums umzusetzen. Muss jetzt nur noch die Stadt geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

Immer noch erste Wahl wäre die Alte Feuerwache Hochfeld. Nachdem die Stadt die Fördermittel von 2,1 Millionen Euro zurückzahlen musste, kann sie dort jetzt frei von jeder Zweckbindung walten. Die Grundschule nutzt nur Räume in der ersten Etage und braucht dem Vernehmen nach auch nicht mehr; größere Kollisionen sind nicht zu befürchten, da soziokulturelle Nutzung erfahrungsgemäß eher nachmittags und abends stattfindet.

Allerdings gibt es Gerüchte, dass die Gebag, die die Verwaltung über die Feuerwache vom IMD übernommen hat, andere Pläne für das Gebäude haben könnte – und auch für das dahinterliegende Theisen-Gelände, für das sich schon die Ruhrtriennale bzw. Urbane Künste Ruhr erfolglos interessiert hatte.

Bei einem Treffen der Ermöglichungsgruppe soll deshalb auch ein Vertreter der Gebag dabei sein. Wenn möglich.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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