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Jahresrückblick: Das war 2019 in Duisburg

Jahresrückblick : Das war 2019 in Duisburg

Sprengungen, Wasserschäden, Spatenstiche und ein Treppenwitz ‑ wir haben für Sie zusammengestellt, was Duisburg im Jahr 2019 bewegte.

Januar

SPD legt zusammen Mehrere SPD-Ortsvereine werden zusammengelegt, Ruhrort und Homberg, Hochfeld-Nord und Hochfeld-Süd, Beeck und Bruckhausen und noch einige weitere. SPD-Chef Ralf Jäger sieht angesichts schwindender Mitglieder keine Alternative; die verbleibenden Mitglieder drohen teils mit Austritt, insbesondere gegen die Zusammenlegung mit Meiderich wird vom Ortsverein Obermeiderich schweres Geschütz aufgefahren – am Ende vergeblich.

Februar

Nur noch gegen Drei

Nach 14 Monaten Hauptverhandlung und 101 Verhandlungstagen ist der Loveparade-Prozess für die sechs städtischen Mitarbeiter und den Lopavent-Kreativdirektor ohne Auflage – und ohne Schuldspruch – beendet. Gegen drei Lopavent-Mitarbeiter läuft der Prozess weiter. Im Juni 2020 droht Verjährung ...

Kampf ums Grün

Der RVR legt seinen Neuentwurf für einen einheitlichen Regionalplan Ruhr offen. Allein in Duisburg sollen mehr als 100 Hektar, davon rund 54 in Landschaftsschutzgebieten, für Gewerbegebiete und Wohnungsbau umgenutzt werden. Der Protest lässt nicht lange auf sich warten ...

März

Maestro gesichert

Quasi gerade noch rechtzeitig vor seinem internationalen Höhenflug sichern sich die Duisburger Philharmoniker den in Bayreuth und Wien gefeierten Axel Kober als Generalmusikdirektor. Kober leitet das Orchester bereits kommissarisch seit der Saison 2017/18 und wird es als GMD für drei weitere Jahre tun.

Der erste Riese fällt

Keine zehn Sekunden, da war’s vorbei: Der erste „Weiße Riese“ in Homberg-Hochheide wird erfolgreich gesprengt. Zwölf Uhr mittags erfolgt am Sonntag, 24. März die Zündung der insgesamt 290 Kilogramm Sprengstoff durch Sprengmeister Martin Hopfe; 45.000 Tonnen Beton sacken plangemäß zusammen. Peinlich: Der live übertragende WDR ist so darum bemüht, jede freie Minute zuzuplappern, dass der Moment der Zündung verpasst wird.

Doppel(t)spitze

Nach langem Ringen ist endlich eine Nachfolge für den großen Werner Ruzicka gefunden: Die bisherige „doxs!“-Leiterin Gudrun Sommer und der Kurator Christian Koch übernehmen als Doppelspitze die Leitung sowohl der Duisburger Filmwoche als auch der Kinder- und Jugendsektion; außerdem werden für das bisher prekär beschäftigte Team vier Vollzeitstellen geschaffen.

April

Theater geflutet

Bei der wöchentlichen Routineuntersuchung wird im Theater Duisburg die Sprinkleranlage ausgelöst. Aus über 200 Wasserköpfen ergießen sich in weniger als drei Minuten 80.000 Liter Wasser über Bühne und Unterbühne, in Schächte und angrenzende Räume. Auch wenn das meiste Wasser zügig abgepumpt werden kann – die Schäden sind immens und bei 1.000 Stromkreisen allein im Bühnenhaus auch nicht so schnell festzustellen. Vorstellungen fallen aus oder werden, wie der komplette „Ring des Nibelungen“, konzertant in der Mercatorhalle aufgeführt. Im Juni kann der Spielbetrieb im Großen Haus wiederaufgenommen werden.

Ein Lüfter gegen 80.000 Liter im Theater Duisburg ... Foto: tw

Mai

Aufstieg

Mit einem 3:1 gegen TuRU Düsseldorf macht der VfB Homberg vorzeitig den Aufstieg in die Regionalliga West und dann auch noch die Meisterschaft klar. Es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte – und weil’s beim MSV gerade abwärts geht, unken manche schon von einem kommenden Lokalderby ...

Abstieg

Denn einen Spieltag vor Schluss steht der MSV Duisburg als Absteiger aus der zweiten Liga fest. Von einer funktionierenden Einheit waren die Zebras die ganze Saison über weit entfernt. Trainer Torsten Lieberknecht kündigt an, mit einem stark verjüngten und kostenreduzierten Kader das Projekt Wiederaufstieg anzugehen – was er dann auch tut.

Thyssen ohne Tata(s)

Thyssenkrupp sagt das Joint Venture mit Tata und die Aufspaltung in zwei Unternehmen ab. Beim Versuch einer Neuausrichtung kommt der Konzern nicht zur Ruhe, Vorstandschef Kerkhoff muss gehen. Der Betriebsrat steht bereit, um die Belegschaft zu mobilisieren und drohende Kündigungen im Stahlbereich abzuwenden.

Juni

Sport XXL

Die dritten „Ruhr Games“ katapultieren die Sportstadt Duisburg in eine neue Dimension. 110.000 Besucher strömen an den vier Tagen in den Landschaftspark Nord und zu den anderen Sportstätten - doppelt so viele wie 2017. Auffällig: Vor allem Familien jubeln der großen Sportfamilie aus über 5.600 Athleten aus 32 Ländern zu. Und vom ersten geworfenen Ball beim Streetball-Turnier bis zur letzten Zugabe beim Bosse-Konzert bleibt alles ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Treppenwitz ...

... mit rostigem Bart: Beinahe zehn Jahre nach der Grundsteinlegung und dem ersten und einzigen Gebrauch bei der Eröffnung des Hafens der Kulturhauptstadt wird die Haniel-Treppe von der Friedrich-Ebert-Brücke auf die Mercatorinsel in Ruhrort freigegeben. Der schon länger freigegebene Park sieht auch weiterhin kaum Besucher; nur Mario Barth schickt Joachim Llambi vorbei, der die Nummer scheint’s fast noch komischer findet als das Debakel mit „the Curve“.

Juli

Moderner wohnen

Was einst als modernster Standard galt, ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Trotzdem wird nicht überall gesprengt: Die GEBAG verkündet, in den nächsten sieben Jahren 30 Millionen Euro in die Hand nehmen und den Wohnpark an der Musfeldstraße zum „Wohnen im Park“ umrüsten zu wollen – mit grünem Anstrich und Grün auf dem Dach.

August

Bombe im Forum?

Ein vermeintlicher Bombenalarm führt zur Räumung des Forums. Eine herrenlose Tasche wird von LKA-Experten mit einem Wasserstrahl unschädlich gemacht. Wie sich später herausstellt, war alles nur eine Verkettung von Zufällen: Ein Wohnungsloser hatte seine Tasche später abholen wollen. Weil die Polizei aber gleichzeitig einen bewaffneten Flüchtigen in Richtung Niederlande verfolgt, geht man lieber auf Nummer sicher. Der Flüchtige aber hatte mit dem Forum nichts zu tun, der Wohnungslose wird freigesprochen.

September

Neue Mitte

Laar, der liebenswerte Stadtteil hinterm Deich, hat eine neue Mitte: den umgestalteten Theo-Barkowski-Platz mit neuen Wegen, noch nicht ganz grünen Grünflächen, Hecken, Sitzgelegenheiten und ausgeklügeltem Beleuchtungssystem.

100 Jahre Vhs

Mit Livemusik, Wissensquiz, Theater, Lesungen, Walking Acts, Diskussion, Wissensquiz und vielen weiteren Highlights feiert die Duisburger Volkshochschule – wie viele weitere in Deutschland – ihr 100-jähriges Bestehen. Mit ihren vielen weiterbildenden, integrativen, inklusiven Diensten ist die Vhs aus Duisburg nicht mehr wegzudenken.

Millionen fürn Norden

Die Stadt Duisburg wird – neben vier Städten in Ostdeutschland – vom Bundesbauministerium für ein Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Städtebauförderung ausgewählt. Mit 50 Millionen Euro sollen Projekte im Duisburger Norden umgesetzt werden. Die von vielen geforderte Tunnellösung für die A 59 gehört nicht dazu.

Oktober

Die Nummer eins

Duisburgs neue Nummer eins, das Mercator-One-Gebäude vorm Hauptbahnhof, feiert Richtfest. Geplant von Stararchitekt Hadi Teherani, freut sich Investor Torsten Toeller („Fressnapf“) über die Einhaltung des Zeitplans und erste Mieter und OB Sören Link über ein Aufbruchssignal für ganz Duisburg.

DVG in der Kritik

Noch bevor er am 27. Oktober in Kraft tritt, gerät der neue Fahrplan der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) schwer in die Kritik. Ganze Stadtteile fühlen sich abgehängt. Und der VRR erhöht die Preise ...

November

Zum Ersten, zum ...

...Zweiten – aber nicht immer zum Dritten: Bei der dritten Immobilienmesse GIMDU gibt’s erstmals eine Versteigerung. Viele Zaungäste verfolgen wenige Bietergefechte. Fürs prominenteste Los, die Traditionskonzertstätte Steinbruch, gibt’s kein Gebot.

Trauer um Krings

Trauer um Josef Krings: Der beliebte Alt-Oberbürgermeister, von 1975 bis 1997 Oberhaupt der Stadt, stirbt am 10. November im Alter von 93 Jahren.

Josef Krings, +10.11.2019 Foto: NVM/Archiv

Dezember

Warten auf die Brücke

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und sein NRW-Kollege Hendrik Wüst geben den Startschuss für den Ausbau der A 40 zwischen Homberg und Häfen und machen den symbolischen ersten Spatenstich für den Neubau der Rheinbrücke Neuenkamp.

... und die Straße

Zwei Tage später gibt’s den symbolischen Spatenstich für die Umgehungsstraße Meiderich, die zwischen dem Ruhrorter Nordhafen und der A-59-Anschlussstelle an der Vohwinkelstraße für Entlastung sorgen soll. Federführend hierfür ist die Duisburger Infrastrukturgesellschaft DIG, 2019 von Stadt (75,1%) und Hafen (24,95%) ins Leben gerufen, um wichtige Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen anzugehen.

Zusammengestellt von Thomas Warnecke