Bezirksbürgermeister Paschmann über Homberg, Hochheide und Baerl: Im Bezirk tut sich was

Bezirksbürgermeister Paschmann über Homberg, Hochheide und Baerl : Im Bezirk tut sich was

Hans-Joachim Paschmann, mittlerweile im siebten Amtsjahr, blickt insgesamt auf ein gutes Jahr für seinen Bezirk zurück, wenn auch einige Entscheidungen Zeit brauchten bis sie umgesetzt werden konnten und zuweilen auch das "Gemeinwohl über dem Wohl des Einzelnen" stehe.

Dass der Neubau der A40-Rheinbrücke komme, sei eine gute Sache. Dass durch die Baumaßnahme auch einige wenige Bürger insbesondere an der Flachsstraße in Essenberg durch Baulärm betroffen sein werden, sei nicht schön, aber leider unvermeidlich. "Ich hätte mir aber gewünscht, dass die DEGES, der Bauträger der Brücke, noch vor der ersten Bürgerinformationsveranstaltung mit den Bewohnern der zwei betroffenen Wohnhäuser hätte Kontakt aufgenommen. Entschädigungen für die Bewohner sind hier durchaus denkbar", bemerkt Paschmann., der in seiner Amtsstube dann sogleich auf die Gesundheitsvorsorge zu sprechen kam - und zwei Ärztehäuser die gerade im Entstehen begriffen sind lobt. "Da wären zum einen ein Ärztehaus an der Luisen-/Ecke Kirchstraße und das Ärztehaus am Standort der ehemaligen Marktschule. Das erste Projekt schreitet gut voran. Der Rückbau der Marktschule könnte sich im Verlauf leicht verzögern, weil hier bei der Entkernung offensichtlich Sondermüll zum Vorschein kam, der erst vorschriftsmäßig entsorgt werden muss." Paschmann sprach von mit Teerpappe umwickeltem Stroh als Schalldämmung.

Stichwort "Müllentsorgung", hier sieht der Bezirksbürgermeister im Fall von "wilden Müllkippen" ein Problem im Bezirk. Erst jüngst ging es um PET-Flaschen vom Kaufland, die sich durch "Pfandsammler" verschleppt in Grünanlagen rund um die "Weißen Wiesen" wiederfänden. Hier sieht er Kaufland in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass die leeren Pfandflaschen besser gesichert gelagert werden. "Vielfältige Kritik an den Wirtschaftsbetrieben wies er in diesem Zusammenhang zurück, die sich sukzessive kümmerten. Die Verursacher seien das Problem. "Ich kann diese Leute nicht verstehen. Es gibt Recyclinghöfe und auch regelmäßig mobile Gefahrstoffsammlungen, die vieles kostenlos annehmen und vorschriftsmäßig entsorgen oder recyceln.

Dass es im Zuge des Sanierungsgebietes Hochheide nun endlich mit dem Rückbau der Hochhäuser losginge, freut Paschmann. "Der Weiße Riese an der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 ist bereits eingezäunt und die Entkernungsarbeiten laufen an. Im August/September 2017 soll das Gebäude dann gesprengt werden". Ob die 20 Millionen Bundes-und Landesmittel für das Sanierungsgebiet insgesamt ausreichen, stellt Paschmann allerdings in Frage. Glücklicherweise sei aber das Fachmarktcenter (EDEKA)auf dem Nühlen-Gelände bald zur Genehmigung bereit (Bauantrag im Frühjahr 2017) und andere Flächenvermarktungen brächten auch Geld in die Kasse. Insgesamt werde Hochheide eine deutliche Aufwertung erfahren, ist sich Paschmann sicher. Helfen soll dem Bezirk Homberg-Hochheide trotzt Zentralisierung der Bezirksämter nämlich ein Quartiersmanager-Posten, der die Arbeiten im Sanierungsgebiet über Jahre koordinieren wird. So bleiben dem Bezirk anstatt drei zunächst vier Amtsstellen erhalten.

Begeistert ist der Bezirksbürgermeister von den Zentralisierungsplänen natürlich nicht, will aber erst einmal abwarten, wie sich das dann in der Praxis gestaltet, bevor man sich von vorneherein verweigert. "Wenn hinsichtlich der anfallenden Arbeiten bzw. auch durch Krankheits- und Urlaubsvertretungen Überlastungen und Defizite entstehen, müsse man natürlich das Gespräch mit der Stadtspitze suchen und gegebenenfalls Gegenfinanzierungen für wieder zu schaffende Stellen unterbreiten. Insbesondere werde ja die Kulturarbeit gebündelt.

Hier hofft Paschmann, dass die Glückaufhalle ab dem kommenden Jahr wieder Spielort ist und bleibt. "Nachdem der Flüchtlingsstrom abebbte ist die Halle nicht mehr als Notunterkunft belegt, sondern steht nach laufenden Renovierungsarbeiten ab dem kommenden Jahr wieder für Kultur und Sport zur Verfügung. Ein neuer Boden ist schon drin, ebenso neue Toiletten. Das Foyer ist neu gestrichen und die Bühnentechnik frisch vom TÜV abgenommen. Neue Türen sind jetzt noch im Plan. Es werden keine Unsummen sein, die da insgesamt auflaufen", so Paschmann, der allerdings ans zuständige Immobilienmanagement Duisburg (IMD) verwies. Vermutlich werde das Land NRW für die Renovierung am Ende gerade stehen.

Gebäudesanierungen finden auch an mehrere Schulen und Sporthallen, sowie im Kombibad des Bezirks statt, was Paschmann sehr begrüßt. "Das Kombibad wird energetisch saniert und bekommt ein Block-Heizkraftwerk. An Marienschule, Ottoschule, Karpschule und an der Kästnerschule wird was an Toiletten oder Gebäude getan."

Neu gebaut wird auch, sei es zu Wohnzwecken oder für Gewerbe, was Paschmann auch positiv sieht. "An der Mühlenstraße in Baerl wird weitergebaut. Einfamilienhäuser stehen im wachsenden Ortsteil dann zur Verfügung. Ebenso entsteht bald der Supermarkt an der Schulstraße. Die Gebag plant zudem an der Prinzenstraße/Friedhofsallee in Homberg ein Mehrfamilienhaus zu bauen sowie an der Halener Straße auf einem Sportplatz (bis 2017 gepachtet vom SV Haesen/Hochheide) Mehrfamilienhäuser, Doppelhäuser, Einfamilienhäuser und frei planbare Flächen zur Verfügung zu stellen. Auch die evangelische Kirchengemeinde wird ein neues Gemeindezentrum in Homberg erbauen, nachdem das Lutherhaus und das Bonhoefferhaus aufgegeben werden mussten."

Auch zum Thema ehemaliges "Hornitex/Glunz-Gelände" an der Rheindeichstraße, wo ein Logistikzentrum entsteht äußerte sich Paschmann zufrieden. "Dass sich Bürgerinitiativen bilden und kritisch Planungen begleiten ist völlig in Ordnung - Bürgerbeteiligung ist ohnehin vorgeschrieben und erwünscht. Und klar wird der Verkehr zunehmen, aber eben sinnvoll gelenkt durch einen Verkehrsknotenpunkt. Zudem werden Eingaben der Bürger zum neuen Bebauungsplan berücksichtigt und eingearbeitet. Eine weitere Auslage des Plans wird dies widerspiegeln. So werden die Hallen beispielsweise in einem Karree angeordnet, so dass Lärm und Lichtemissionen reduziert werden." Die aktuelle Bautätigkeit auf dem Gelände läuft übrigens aktuell noch auf der Grundlage des alten Bebauungsplan, aber natürlich schon im Hinblick auf den neuen. "Man wollte dem Investor hier entgegenkommen," so der Bezirksbürgermeister, im Hinblick auf die entstehenden Arbeitsplätze, von denen 100 in einem ersten Schritt entstehen sollen.

Was die Reaktivierung der Halde Lohmannsheide als DK1-Deponie anbelangt, bleibt Paschmann gelassen. Erst einmal abwarten, ob da überhaupt noch was kommt. Und wenn, dann wird die örtliche Politik ganz genau hinschauen und entsprechend interagieren bzw. intervenieren, damit hier keine unzumutbaren Belastungen entstehen."

Dass sich die Wagenplatzbewohner von der Ehrenstraße in Hochheide nach wie vor gegen die Kündigung und anstehende Räumung wehren, könne Paschmann zwar nachvollziehen, sieht aber die Stadt im Recht und letztlich keinen Handlungsspielraum. Es sei "fristgemäß gekündigt worden" - die Gründe ließ er mal dahingestellt.