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: Herzzentrum feiert – noch in Meiderich

: Herzzentrum feiert – noch in Meiderich

Vor 30 Jahren, am 15. August 1989, führte Arno Krian die erste Herz-OP im „KWK“ durch. Ein Jahr später wurde das Herzzentrum offiziell eröffnet und schreibt seitdem eine anhaltende Erfolgsgeschichte – noch mindestens bis 2022 in Meiderich.

Beim Pressetermin zum 30-jährigen Bestehen wollten die versammelten Journalisten vor allem eines wissen: Wann wird’s denn jetzt was mit dem Umzug nach Fahrn? Die Chefärzte quittierten das mit einem Lächeln, sind ja auch nicht die richtigen Ansprechpartner. Nur so viel: Anfang 2022 soll es so weit sein. Was erfreuliche Synergieeffekte mit sich bringt, so Jochen Börgermann, der Chefarzt der Herzchirurgie. Weil Thoraxchirurgen und andere Fachkollegen ja direkt vor Ort sind.

Auch Herzen müssen manchmal regelrecht umgebaut werden, nur gibt’s dafür keine Zeit: „Sie müssen sofort nach der OP funktionieren“, so Arno Krian, der erste Chefarzt des Herzzentrums. Daran hat sich nichts geändert seit der Gründung, an den Möglichkeiten zu operieren allerdings schon. Anfangs wurden vor allem angeborene Herzfehler behoben und Herzklappen rekonstruiert. Doch hatten sich seit den 1970ern auch Bypassoperationen als gut durchführbar und mit guter Prognose herausgestellt. Schon vor der ersten Operation hatte das Herzzentrum Meiderich eine Warteliste von drei Monaten.

Die mittlerweile 34 Ärzte bzw. Vollzeitstellen nehmen heute 1.800 Operationen pro Jahr vor, tags wie nachts, an sieben Tagen in der Woche. Das Spektrum hat sich deutlich erweitert, es muss nicht mehr immer das Brustbein geöffnet werden, minimalinvasive Eingriffe machen den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine oft nicht nötig. Auch nach dem Umzug soll die Zahl von 1.800 OPs im Jahr gehalten werden, so Börgermann. „Das war damals vorausschauend und gut geplant“, so Krian.

Sorgen bereitet Otto Krogmann, dem Chefarzt der 1998 hier eröffneten Kinderkardiologie, dass in St. Augustin, vermutlich wegen Missmanagements, das größte Kinderherzzentrum Deutschlands geschlossen wurde, das bisher zehn Prozent der bundesweiten Operationen durchgeführt hatte. „Es rufen verzweifelte Eltern hier an“, so Krogmann. Neugeborene müssten für OPs mittlerweile durch die halbe Republik „verschifft“ werden.