1. Niederrhein
  2. Duisburg

„Gute Schulen neu bauen!“

„Gute Schulen neu bauen!“

Man stelle sich einfach mal vor: Sie hätten 100 Personen auf ein kleines Schiff zur Party geladen, es kommen aber 125 Gäste. Vor genau diesem Problem stehen derzeit Duisburgs Schulen.

Wenn auch ein Untergang nicht wahrscheinlich scheint, drängen die Probleme doch so sehr, dass sich am Mittwoch ein neues Bündnis mit dem Namen „Gute Schulen neu bauen“ gegründet hat.

Mit dabei ist die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Elternschaft der Duisburger Schulen (EDUS) und, und dies ist ein Novum, die Schulleitungen aller Duisburger Schulen.

Dabei schlagen nicht nur die Gründungsmitglieder Alarm, denn schon am 14. September vergangenen Jahres fertigte die Verwaltung eine Vorlage, die zur Schulausschusssitzung vorgelegt wurde. Demnach sind in der vergangen vier Jahren in Duisburg 1.000 Kinder mehr geboren worden als dies 2014 der Fall war. Demnach steht fest, dass diese auch in sechs Jahren den Grundschulbesuch antreten werden. Dabei sind Kinder von Duisburger Neubürgern noch gar nicht im Plan enthalten. Diese Steigerungsraten sind vor dem Hintergrund der vielen Schulschließungen in den vergangenen Jahren kaum zu bewältigen, weshalb an immer mehr Schulen ganze Containeranlagen installiert werden, um den Kinder wortwörtlich ein Dach überm Kopf zu bieten.

Das nun neu gegründete Bündnis sieht diese Entwicklung überaus skeptisch, denn viele der Duisburger Schulen sind noch in der Zeit der Jahrhundertwende von 1800 zu 1900 errichtet worden. „Der Schulbau der damaligen Zeit orientierte sich am Frontalunterricht, was auch die Architektur widerspiegelt. So sei die Schularchitektur und die Architektur der Kasernen im Grunde nicht verschieden.

Moderne Unterrichtskonzepte mit Kleingruppenbetreuung, Lerngruppenarbeit und ähnlichem sind so schon von der Art der Schulgebäude schwierig. Bedingt durch die Überbelegung der Schulen würden zudem Fachräume wie für Chemie, Physik oder EDV-Schulungen inzwischen als reguläre Klassenräume mitbenutzt.

So stellen sich die Frage, ob es nicht grundsätzlich besser sei, Schulen neu zu bauen, betonen die Bündnispartner. Dies sei auch eine Investition in die Zukunft

(Niederrhein Verlag GmbH)