Gut aufgehoben

Als wir mit dem Stadt-Panorama Ende August in Ruhrort aus- und nach Moers gezogen sind, kam einiges zusammen – was wir nicht mitnehmen wollten. Zum Beispiel Kaffeemaschinen, weil uns der Chef neue spendiert hat.

Für die aussortierten, aber noch tadellosen Sachen hatte unser Grafiker Heinz Röttges einen Tipp.

Es dauert ein bisschen, bis die Javastraße 37 gefunden ist. Neuenkamp hat man als Nicht-Neuenkämper ja nicht so aufm Schirm. Bijanka Bürgi bestätigt das in gewisser Weise: „Neuenkamp ist eine Insel. Wir kennen uns hier.“ Als auch auf dieser Insel geflüchtete Menschen untergebracht werden mussten, haben sich viele hier zuständig gefühlt. Auch Bijanka Bürgi. Oder Mo Barthelmes, die gar nicht aus Neuenkamp, sondern aus dem Duisburger Süden kommt. Marion Rossocha ist von Berufs wegen zuständig; sie arbeitet für das Diakoniewerk hier am Standort Javastraße 37. „Wenn Flüchtlinge von der Stadt eine Wohnung zugewiesen bekommen, wird ihnen nur das Allernötigste mitgegeben“, weiß sie – Teller, Gabel, Tisch, Stuhl, Bett. Rossocha und die ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen wollen deshalb den Flüchtlingen „helfen, sich gemütlicher einzurichten“. Doch die Hilfe geht weit darüber hinaus. „Hier kommen Kinder rein, die im Winter nur Flip-Flops an den Füßen haben“, berichtet Marion Rossocha. Da geht es um schnelle, unbürokratische, alltagsnahe Hilfe.

Mit Unterstützung eines Unternehmens, das Räume zur Verfügung gestellt hat, bauten Mo Barthelmes und Bijanka Bürgi ein Lager auf mit allem, was nötig ist: von der Kinderkleidung bis zur Kaffeemaschine. Auch die Kartons mit den Stadt-Panorama-Altbeständen lagern hier. Ganz einfach „auf Zuruf“ werden die Sachen an Bedürftige verteilt – und nicht nur an Flüchtlinge. Auch einer Rentnerin aus Neuenkamp konnte neulich mit einem neuen Kühlschrank geholfen werden. Was jetzt noch fehlt? „Männersachen in kleinen Größen“, sagen die drei Frauen übereinstimmend. Weil deutsche Männer meist zu groß sind. Und ihre Sachen immer auftragen.

(Niederrhein Verlag GmbH)