Große Feier auf der Insel

Große Feier auf der Insel

An die 500 geladene Gäste feierten am vergangenen Freitagabend den 300. Hafengeburtstag in einem eigens dafür auf der Mercatorinsel errichteten Riesenzelt.

"Schon das erste Hafenbecken für Kohleschiffe war Ausdruck einer weit vorausschauenden Planung", erklärte Hafenchef Erich Staake in seiner Ansprache. Der Name "Ruhrort" fällt nicht; der Hafenchef ist eher global als lokal unterwegs. Die Bundeskanzlerin auch: Angela Merkel hatte wegen des "Brexit-Gipfels" beim Hafengeburtstag abgesagt. In Vertretung und in seiner Funktion als Bundesverkehrsminister kam Alexander Dobrindt. Bei der Begrüßung unterm "Triumphbogen" aus zehn Containern steckte ihm Staake dann gleich: "Ich hab eine Papierfabrik gekauft" — gemeint war Walsum, wo Logport VI entstehen soll — und es gebe wohl nicht viele, die von sich sagen könnten, in ihrer Amtszeit drei Häfen gebaut zu haben. Später verkündet Staake: "In fünf Jahren könnten wir Logport X eröffnen."

Beim Festakt im Mittelteil des Zeltes wird den geladenen Gästen — neben Ministern und Abgeordneten der Logistik-Milliardär Klaus-Michael Kühne, Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger, Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, die Altministerpräsidenten Wolfgang Clement und Jürgen Rüttgers sowie laut Staake "CEOs aus 25 Nationen" — die Erfolgsgeschichte des Hafens in einem von Filmforumsleiter Kai Gottlob erstellten Film vorgeführt, live begleitet von den Duisburger Philharmonikern. Ansonsten erzählt Dobrindt vom automatisierten Autofahren und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von "SAM", einem vollautomatischen Gabelstapler. Immerhin Oberbürgermeister Sören Link erinnerte an die 22.000 unmittelbar vom Hafen abhängenden Arbeitsplätze hier.

Im hinteren, großzügigsten Teil des Festzeltes gab's dann Lachstiramisu, Rücken vom Weideochsen, trimodales Dessertbuffet sowie einen Film über die Herstellung des (besonders beleuchteten) Poseidon von Markus Lüpertz. Jenseits der Mercatorinsel gab's viel Kritik. So erklärte etwa Dirk Grotstollen, Vorsitzender des Ruhrorter Bürgervereins, es sei ja nicht schlimm, mit geladenen Gästen zu feiern: "Was alle ärgert, ist die Tatsache, dass nur für so eine Veranstaltung sehr viel Geld ausgegeben wird und für das 'Volk' nichts abfällt."

(Niederrhein Verlag GmbH)