Stomp überzeugte im Theater am Marientor: Geräuschvoller „Tanz“ voller Rhythmik

Stomp überzeugte im Theater am Marientor : Geräuschvoller „Tanz“ voller Rhythmik

In Duisburg wurde am Wochenende "gestompt"! Auf den Brettern des Theaters am Marientor, das sich für solcherlei Veranstaltungen wieder einmal bestens empfohl, gab es ein rund eineinhalb stündiges Programm, das absolut mitreißend war.

Dabei wird Tanzen ja gemeinhin als mehr oder weniger schnelle Abfolge von Schritten und Bewegungen zur Musik verstanden. Trommeln versteht man dagegen als Abfolge von mehr oder weniger lauten, hämmernden Tönen. Bei Stomp wird nun diese Definition kongenial "verändert". Durch die rhythmische Abfolge von Schritten, Sprüngen und Bewegungen werden die Töne erst kreiert. "Getrommelt" wird dabei auf Streichholzschachteln, alten Spülbecken, Rohren, Blech- und Kunststoff-Mülleimern ebenso wie auf kaputten Töpfen, Gläsern, Flaschen und unendlich viel mehr Gegenständen mit denen man sonst wohl nie Musik machen würde. Benutzt werden auch Besen, Stangen und Stäbe. Das alles war in Duisburg auch in vorherigen Shows schon mal von Stomp gezeigt worden.

Nicht nur mit dem Besen kann man perfekt Musik machen. Rhythmus gab es auch mit Rohren, Spülbecken und vielem mehr. Foto: vowie

Neu im Programm waren diesmal die Programmteile "Trolleys" und "Frogs". Nur schade, dass ihr Markendiscounter wohl so gar nicht einverstanden sein dürfte, würde man das gezeigte einmal auf dem Parkplatz mit den Warenkörben nachmachen wollen. Die Trolleys, also die Warenkörbe, wurden auf der Bühne zu einem fast schon orchestralen Klangkörper voller rhythmischer Klick-, Ratter- und Schiebegeräuschen.

Und zudem gab es von den Künstlern auch viel Situationskomik, die allemal für Lacher gut war. Foto: vowie

Und dabei gab es nicht nur was auf die Ohren, die Show war auch ein Augengenuss, wobei mancher Zuschauer mehrmals mit einem furiosen Zusammenstoß der Warenkörbe gerechnet haben dürfte: Doch, O Wunder, es passte immer alles. Die Installateure im Publikum, so sie denn da waren, dürften wohl in nächster Zeit ihre Arbeitsvorgaben zumindest dann nicht einhalten können, wenn sie mit flexiblen Rohren arbeiten und das probieren wollen, was da auf der Bühne abging. Diese bei Stomp "Frogs" genannten Rohre erinnern entfernt an eine Ziehharmonika ohne Knöpfe und Tasten. Nur mit der Luftbewegung in diesen unterschiedlich langen und dicken Kunststoffrohren produzierten die achtköpfige "Stomp-Truppe" eine Soundkollage voller schräger Töne.

(vowie)