Gastgeber aus dem "Großraum Duisburg"

Samstag startet Euro Rock 2019 : Europa rockt den Niederrhein

Ab Samstag geben sich vier Bands die volle Packung Rock ’n’ Roll – 24 Stunden am Tag, acht Tage lang. Mit Proben, Workshops und Konzerten in Moers, Duisburg-Süd bis -Nord, Holland und Calais.

Duisburgs geschichtsträchtige Partnerstadt im hohen Norden Frankreichs – nur eine knappe Dreiviertelstunde entfernt vom „Sch’ti-Ort“ Bergues – ist durchaus einen Besuch wert, mit einem Rathaus wie eine Harry-Potter-Kulisse, dem charmant-verschlafenen Hafenviertel und einer großen Bühne auf dem großen Place d’Armes, bewacht vom mittelalterlichen Tour du Guet, wo das freundliche Denkmal für Charles de Gaulle und seine Frau steht – in ihrer Geburtsstadt Calais heiratete er die überaus beliebte „Tante Yvonne“. Dass de Gaulle der Städtepartnerschaft seinen Segen gab, ist also auch ein Liebesbeweis für Duisburg.

Weshalb Bakali für Duisburg, „RI333N“ aus Calais, Timid Kooky aus Vilnius (Litauen) und Tom Cherry aus Nijmegen an einigen der liebenswertesten Orte Duisburgs auftreten (siehe Konzerttermine im Info-Kasten).

Und Kamp-Lintfort liegt im Großraum Duisburg. Das ist jedenfalls die offizielle Sprachregelung, denn weil Peter Bursch und Daniel Jung in Duisburg nicht fündig wurden, griffen sie bei Bakali zu. Die Deutsch-Rock-Pop-Formation aus Kamp-Lintfort übernimmt den Gastgeberpart, wenn vom 3. bis 10. August wieder Bands aus Duisburger Partnerstädten im Parkhaus Meiderich zusammenkommen, Workshops bekommen und durcheinandergewürfelt werden, um in neuen Konstellationen neue Songs zu entwickeln. Und um an fast jedem Abend Konzerte zu spielen. Am Samstag, 3. August, gibt’s die vier Bands im Bollwerk noch einmal „in Reinformation“ zu sehen und kennenzulernen, dann nimmt von Konzert zu Konzert der Anteil der aus den vier Bands entstandenen Mix-Bands zu; am 8. August beim Hübi in Ruhrort und einen Tag später im Steinbruch in Neudorf stehen de facto acht Bands auf der Bühne.

Dass die Gastgeber-Band erstmals nicht direkt aus Duisburg kommt, hat wohl mit einem generellen Durchhänger in Sachen Bands zu tun, vermutet Jons Heiner vom Bollwerk – „hoffentlich nur eine Phase“, die nach Euro Rock vorbei ist.

Damit Jugendliche „die Angst vor Grenzen verlieren“, hat Bröselmaschinist Peter Bursch das Bandtreffen/Seminar/Festival 1992 ins Leben gerufen – und muss sich für diese musikalische Idee von Europa mittlerweile mächtig ins Zeug legen. Nicht weit von Calais liegen die Steilküsten „weiße“ und „graue Nase“, von denen aus man einen fantastischen Blick bis rüber nach England und auf den opalblauen Ärmelkanal hat. Den unterquert hier der Euro-Tunnel, den über(oder unter-)quert dieses Jahr aber keine Band: Portsmouth hat wegen der Brexit-Vorbereitung die Fördergelder gestrichen.

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