: Flucht aus dem TaM

Seit einigen Tagen haben es die Veranstalter schwarz auf weiß: Das Insolvenzverfahren gegen die TaM-Betriebsgesellschaft ist eröffnet; der Geschäftsbetrieb wurde eingestellt, keine der gebuchten Veranstaltungen wird mehr im Theater am Marientor stattfinden.

Torsten Sträter und Wolfgang Trepper sind schon vorgegangen, jetzt haben die Veranstalter von Herbert Knebel, Markus Krebs und des niederrheinischen Kabarettwettbewerbs „Das Schwarze Schaf“ nachgezogen: Sie alle werden nicht im TaM, sondern in der Mercatorhalle auftreten – zu den ursprünglich geplanten Terminen und zum gleichen Eintrittspreis. Fürs TaM gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Andy Besirov von Plan B, Veranstalter von Markus Krebs, hatte den Vertrag mit dem TaM gar nicht erst unterschrieben. „Wir wollten ins TaM, stellten dann aber fest, dass es schwierig zu sein scheint.“ Und dann stand der Zaun da, einmal komplett rum, der das Theater zur Baustelle macht. „Wir hatten unseren Termin frühzeitig auch in der Mercatorhalle geblockt und sind froh, dort jetzt mit perfekten Bedingungen auftreten zu können“, so Besirov.

Für Herbert Knebels Auftritt war bereits ein Vertrag mit dem TaM unterschrieben. „Wir dachten bis in den Januar hinein, dass es stattfinden könnte“, sagt Roman Roßmann vom Veranstalter Merz, „es hieß ja immer: ’Der Betrieb geht weiter’.“ Hätte Roßmann den Vertrag gekündigt, wäre eine Vertragsstrafe fällig gewesen.

„Die Karten bleiben gültig; wir platzieren adäquat“, sagt Bea Fröchte vom „Schwarzen Schaf“. Die Reihen in TaM und Mercatorhalle seien ähnlich breit, da sei eine Übertragung der gebuchten Plätze gut möglich – wenn auch viel Arbeit. Immerhin gibt’s in der Mercatorhalle noch 200 Plätze mehr.

Das TaM sei ein wunderschönes Theater „mit einem hervorragenden technischen Leiter“, so Besirov, aber Bea Fröchte weiß aus ihren zehn Jahren für den Kabarettpreis, dass über der Zukunft des Musicaltheaters eigentlich immer Fragezeichen standen. Dass sich nochmal ein Investor für das Haus am Rande des Rotlichtviertels findet, glauben die Veranstalter nicht – es sei denn, die Stadt Duisburg springt ein. Die aber wird sich wohl eher darüber freuen, dass sie die Mercatorhalle zu noch mehr Terminen vermietet bekommt.

Eine offizielle Position der Stadt zum TaM gibt es noch nicht. „Für diese Fragen ist es noch zu früh“, so Anja Kopka, Sprecherin des Oberbürgermeisters, gegenüber Stadt-Panorama. „Fest steht, dass weitere Schritte nicht nur kulturell, sondern auch finanziell und stadtplanerisch durchdacht werden müssen.