: Filme, die die Welt retten

: Filme, die die Welt retten

Parallel zur Duisburger Filmwoche findet vom 4. bis 11. November zum 18. Mal auch „doxs!“ statt. In sieben Filmtheatern im ganzen Ruhrgebiet werden 26 europäische Dokumentarfilme für Kinder und Jugendliche gezeigt; 17 davon konkurrieren in Duisburg um die Preise des Festivals.

Kulturdezernent Thomas Krützberg stellte das Programm zusammen mit der neuen Doppelspitze Gudrun Sommer und Christian Koch vor, die dieses Jahr erstmals sowohl Doxs als auch Filmwoche gemeinsam verantworten. Und Krützberg versicherte nochmals: „Die Stadt steht hinter beiden Festivals.“ Mit gutem Grund, präsentiert Doxs doch Jahr für Jahr eine „ewige Ausweitung des Angebots“, so Krützberg. „Diese Arbeit fällt auf.“

Zum Beispiel gibt es neben der „Großen Klappe“ und dem ECFA Documentary Award 2019 erstmals einen neuen Preis: Die „Selbst-Los! Kulturstiftung“ der Eheleute Annelie und Wilfried Stascheit stiftete eine Auszeichnung für den besten fremdsprachigen Festivalbeitrag, der alle zwei Jahre vergeben wird. Die Auszeichnung ist mit 6.000 Euro dotiert – das beinhaltet den Ankauf der Lizenzen, so dass Doxs seine Preisträgerfilme auf Tournee durch Deutschland und zu Partnerfestivals im Ausland schicken kann.

Ein Preis für fremdsprachige Filme scheint auch deshalb ziemlich angebracht, weil Deutschland in Sachen Kinder- und Jugenddokumentarfilm immer noch hinterherhinkt. Ganze vier Filme aus Deutschland sind im Doxs Programm; die meisten kommen (wieder mal) aus den Niederlanden, wo es bessere Förderung und eine stärkere Tradition dafür gibt, wie Gudrun Sommer erklärt.

Ob deutsch oder nicht, das Programm ist wieder extrem sehenswert. „Filme, die das Verhältnis des Menschen zur Welt, zum Tier, zur Umwelt reflektieren“, sagt Sommer. Und die ihr junges Publikum aus einem „von Digitalisierung und Migration geprägten Alltag“ abholen.

Stichwort Tier: „Der letzte seiner Art“ zeigt die letzten Monate im Leben des letzten Nördlichen Breitmaulnashorns; Sudan ist 2018 45-jährig gestorben.

Stichwort Welt: Auf die versuchen sich Aatos und sein bester Freund Amine einen Reim zu machen im Brüsseler Bombenanschlagsstadtteil Moelenbeek („Die Götter von Moelenbeek“). Als Amine zum Mittagessen bleibt, ärgert ihn Aatos: „Da ist Schwein drin.“ Dann: „Nur ein Witz.“ Findet Amine überhaupt nicht. „Unter meiner Haut“ begleitet die Schülerin Tracy in Uganda, die aus Angst vor Stigmatisierung selbst vor ihrer engsten Freundin geheim hält, dass sie HIV-positiv ist.

Wie virtuelle Jagden zu realen werden, zeigt „Swatted“, dass die Ankunft in Europa nicht mehr als eine Verschnaufpause ist, „City Plaza Hotel“.

Es geht ums Ganze. Doxs zeigt kluge, schöne, traurige, radikal persönliche Filme, die denjenigen die Welt geben, denen sie gehört.

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