Feuerwerk abgesagt!

Eine traurige Nachricht: Das Feuerwerk zum Ruhrorter Hafenfest ist abgesagt. „Die Feuerwehr war stärker“, sagt ein niedergeschlagener Mr. Hafenfest Walter Pavenstedt am Telefon.

Die Zündung auf der Brücke, das Abfeuern über Wasser, die Möglichkeit, Menge und Größe der Feuerwerkskörper zu reduzieren – das alles hat nichts genutzt.

„Das im Rahmen des Ruhrorter Hafenfestes geplante Feuerwerk wird in Absprache zwischen der Feuerwehr Duisburg, dem Bürger- und Ordnungsamt, der Polizei und dem Veranstalter abgesagt, da die Sicherheit der Zuschauer nicht gewährleistet werden kann“, teilt die Stadt Duisburg soeben mit.

Dann folgt folgende Begründung: „Aufgrund der andauernden Hitzewelle und der damit verbundenen Trockenheit besteht eine erhebliche und akute Brandgefahr. Unter anderem befinden sich die Bereiche, an denen Zuschauer das Feuerwerk verfolgen können, auf ausgetrockneten Wiesenflächen. Dort steht das Gras teilweise kniehoch. Ein Funke, etwa der einer weggeworfenen, noch glimmenden Zigarette, würde hier ausreichen, ein Feuer zu entfachen. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Bereiche im Ernstfall nur schwer zugänglich sind.“

Eindringlich wird schließlich noch einmal an alle Hafenfestbesucher appelliert, keine Zigaretten achtlos wegzuwerfen.

Immerhin ist Duisburg damit voll im Trend: Überall, in Krefeld, Hamburg und sonstwo wurden und werden derzeit Feuerwerke abgesagt.

Fragwürdig bleibt allerdings, warum bei den Beratungen über die Absage nicht einmal Feuerwerker Sascha Tietze gehört worden ist, der ja einige Erfahrung mit solchen Großfeuerwerken hat. Und es ist nicht das erste Mal, dass es beim Ruhrorter Hafenfest so heiß ist.

Für die vielen Gewerbetreibenden, Schausteller und Gastronomen jedenfalls dürfte die Absage dieses publikumsträchtigen Ereignisses herbe Verluste bedeuten. Spätfolgen für die Planung kommender Veranstaltungen sind noch gar nicht abzusehen. Völlig ungeklärt ist derzeit auch, was mit den vielen gebuchten Passagierschifffahrten zum Feuerwerk passiert. Nicht nur Duisport empfängt zum Feuerwerk internationale Gäste.

Die Entscheidung der Stadt möchte Hafenkapitän Mario Adams, im Hafenfestverein fürs Wasserprogramm zuständig, öffentlich nicht kommentieren. Im Moment wird fieberhaft versucht, zu retten, was zu retten ist. „Das ist niederschmetternd“, sagt Adams. „Mir tun die vielen, vielen Menschen leid, die sich auf das Feuerwerk gefreut haben. Die zum Teil von weit her kommen, die eine Schiffsfahrt zum Corso gebucht haben.“ Die Fahrgastschiffe hätten ja alle ausreichend Festproviant geladen, auch die Schausteller und die Imbissbuden machen einen Großteil der Einnahmen, weil so viele Menschen zum Feuerwerk kommen.

Bleibt der Blutmond mit nahem Mars als Himmelsspektakel (den kann die Stadt nicht verbieten) und die Möglichkeit, auf der Kirmes, am Bierstand oder bei der Party beim Hübi das metaphorische Feuerwerk der guten Laune abzufackeln. Und Hafenfest ist ja trotzdem, vier Tage lang!

(Niederrhein Verlag GmbH)
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