Extraschicht feiert 25 Jahre Landschaftspark Nord

„ExtraSchicht“ in Duisburg : Der Park ist der Star

1984 geschlossen, 1994 verwandelt wiedereröffnet: Das Hüttenwerk Meiderich alias Landschaftspark Nord steht mit seinem 25-jährigen Jubiläum im Mittelpunkt nicht nur der Duisburger „ExtraSchicht“ am 29. Juni.

Eine Spielfläche fünfmal so groß wie Monaco hat schon das Thyssenkrupp-Gelände in Bruckhausen zu bieten. Aussteigen ist allerdings nicht erlaubt, dafür geht’s bei den 30-minütigen Bustouren übers Werksgelände an Hochöfen vorbei bis in den Hafen Schwelgern. 7.000 Gäste wollten sich das im letzten Jahr nicht nehmen lassen, 170-mal wurden dafür Busse auf die Reise geschickt. Die Wartezeit im Bildungszentrum wird mit Livemusik der Duisburger Philharmoniker und Erklärungen zur Stahlproduktion verkürzt.

Die drei weiteren Spielorte der „ExtraSchicht“ in Duisburg sind die, die in den 90er Jahren schon Schwerpunkte der Internationalen Bauausstellung Emscherpark waren: Innenhafen, Hüttenwerk Meiderich und Hallenbad Ruhrort. Auswärtige Besucher werden in Duisburg schon am Hauptbahnhof von einem Klavierspieler in Empfang genommen und zu den Spielorten gelotst.

Am Innenhafen warten Bühnen und Bands, aber auch Architekturführungen und Abfahrten – per Schiff nämlich zum Museum der deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort.

Dort in der ehemaligen Damenschwimmhalle gibt’s Gaumenfreuden aus den sechs deutschen Stromgebieten, als da wären Rhein, Elbe, Donau, Oder, Weser und Ems. In der Herrenschwimmhalle gibt es „ZweitausendHeinz – Odyssee im Rheintal“. Heinz Martin, Sonny Boy und Neffe der legendären Tante Olga, ist zwar erst 70 und nicht 2001 geworden, bedient sich aber für die Licht- und Klanginstallation gemeinsam mit Tim Ehm vor allem musikalisch beim Kubrick-Klassiker „2001 – Odyssee im Weltraum“. Der ja immer noch nach Zukunft aussieht und damit das diesjährige Extraschichtmotto voll erfüllt.

Extravoll dürfte es im Landschaftspark Nord werden, der an diesem Abend sein 25-jähriges Bestehen feiert. Hieß es dort bisher: „Beim Bunker Halt!“, so soll jetzt auch der hintere Bereich des Parks bespielt werden. „Da ist die Verwandlung am meisten spürbar“, erklärt Programmmacher Frank Jebavy. Darbietungen in den Bunkertaschen erzählen „von Verwandlungen“, vier Duisburger Modelabels führen viermal Verwandlungen bei der Modenschau in der Kraftzentrale vor, dazu gibt’s Bilder von der Hüttenwerk-Park-Verwandlung in historischen Filmen der IG Nordpark und in der Outdoor-Fotoausstellung von Bernd Kirtz. In der Gießhalle nimmt sich eine szenische Klanginstallation Kafkas „Verwandlung“ vor. In der Gießhalle gibt’s Akrobatik und Tanz u. a. mit Mazzel Pacharidis, der 2015 mit Parkour-Kollegen das Sofa auf die Ruhrorter Eisenbahnhafenbrücke bugsierte. Vor der Gießhalle und auf dem Cowperplatz gibt’s Livemusik mit den Bluesrockern (so viel zum Thema „Zukunft“ ...) DeWolff als Top Act. Absoluter Höhepunkt dürfte die fürs Parksilberjubiläum entwickelte Performance der 50-köpfigen Straßentheatergruppe „Pan.Optikum“ um 22.45 Uhr auf dem Bunkervorplatz werden.