Erste Priesterweihe am Dellplatz

Erste Priesterweihe am Dellplatz

Am 11. Februar 1958 fand am Dellplatz die erste Priesterweihe des neu geschaffenen Ruhrbistums statt. Einer der Kandidaten, der dort von Bischof Franz Hengsbach geweiht wurde, war der Duisburger Franz-Josef Korth.

Er gehört damit zu einem der ersten Priester des Bistums Essen. Heute, 60 Jahre später, feierte Korth in Bochum sein Jubiläum – und erinnerte sich. „Ich konnte schon mit zehn Jahren komplett zelebrieren“, sagt Franz-Josef Korth und schmunzelt. Der 86-Jährige sitzt in seinem Erdgeschosszimmer des St. Anna-Stifts in Altenbochum. Seine Hände ruhen auf der dunkelgrünen Stofftischdecke, ab und zu gestikuliert er, um das, was er erzählt, lebhaft zu verdeutlichen. Legt sie dann auf die Lehnen des dunklen Holzstuhls. Mit seinen Freunden aus der ersten Klasse habe er schon als Junge „Messe gespielt.“ Die Berufung zum Priester sei aber vor allem in der eigenen Familie gereift. „Ich bin da eigentlich hineingewachsen“, sagt er. Seine Erstkommunion feiert er 1940, besucht danach jeden Tag die heilige Messe. Bis zur St.-Josef-Kirche am Dellplatz waren es von seinem Elternhaus nur fünf Minuten zu Fuß. „Meine Eltern sind nie an der Kirche vorbeigegangen, ohne hineinzugehen. Sie haben mich nie gedrängt, aber es war auch mein eigener Wunsch dorthin zu gehen“, sagt er.

Ein Wunsch, den auch Bischof Franz Hengsbach 18 Jahre später bei der Priesterweihe von Franz-Josef Korth sehr begrüßt. „Niemand wird zufällig Priester. Väter und Mütter haben ihren besonderen Anteil daran“, sagte Hengsbach am 11. Februar 1958. Es ist damals die erste Priesterweihe im zu Jahresbeginn neu gegründeten Ruhrbistum, die erste Weihe in Duisburg. Die St.-Josef-Kirche am Dellplatz ist an diesem Dienstagabend bis in die letzte Reihe gefüllt, viele Menschen drängen sich auch draußen eng aneinander. „Das war eine besondere Atmosphäre“, erinnert sich Franz-Josef Korth. „Das war ja etwas Neues, das hatte es noch nie gegeben. Dort geweiht zu werden, war eine besondere Freude“ Dort wurde er getauft, gefirmt und war jahrelang als Messdiener tätig. Aufgeregt ist er deswegen an diesem besonderen Tag nicht. „Das waren ja gewohnte Dinge, die wir schon als Messdiener jahrelang getan hatten“, erzählt er.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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