: Einfach mehr als „nur“ ein Ball

: Einfach mehr als „nur“ ein Ball

Wohl zum ersten Mal besuchte Oberbürgermeister Sören Link in der Reihe „Ob im Wirtschaftsdialog“ eine Firma, deren ursprüngliches Interesse nicht einer Firmengründung galt.

Vielmehr ging es für Eleftherios Efthimiadis und Steffen Preuss darum, die jeweiligen Großeltern, die an einer Demenz litten, wieder verstärkt ins Leben zu holen. Steffen Preuss: „Wir wollten eine Möglichkeit finden, wieder mit ihnen in Kontakt zu treten, ihnen ein bisschen Lebensfreude zurück zu geben und auch mit ihnen sprechen zu können.“

Herausgekommen ist „ein Ball fürs Leben“, der nicht nur ihren Großeltern ein Stück Lebensfreude zurückgab, sondern inzwischen in vielen Probeläufen in Altenpflegeheimen, Therapieeinrichtungen und ähnlichen Institutionen für Beschäftigung, Freude und soziales Miteinander gesorgt hat. Inzwischen reagiert der Ball auf Berührung, Annäherung, Ansprache, Drücken, Werfen, je nach Programmierung mit farbigem Leuchten, Vibration, Klang und Musik.

Was für einen Nicht-Erkrankten banal scheint, ist für Menschen mit Demenz, Kindern mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, in der Traumabehandlung, Patienten im Delirium oder auch Menschen nach einem Schlaganfall von unschätzbarem Wert. Besonders dadurch, dass die Reaktion des Balles individuell programmierbar ist: So lässt sich die Lieblingsmusik ebenso einspielen wie vielleicht die Stimme des Partners, der Eltern oder ähnliches.

Durch die Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegetherapeuten, Kranken- und Altenpflegern sowie Erziehern und Lehrern sind inzwischen so viele Anwendungsmöglichkeiten erschlossen worden, dass „ichó care“ (so heißt der Produktname) ab Endes des Jahres in die Serienproduktion gehen wird.

Dabei erscheint der Preis von 1.000 Euro zur Einführung zunächst erstaunlich hoch, wobei der Interessierte wissen muss, dass hinter dem Ball eine umfangreiche Datenbank mit Apps und Anwendungsprogrammierungen steht, die auf spezielle Krankheitsbilder oder Auffälligkeiten zugeschnitten ist. All dies lässt auf den Ball einfach per W-Lan oder Bluetooth einprogrammieren.

„ichó kann sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch im häuslichen Bereich relativ kostengünstig gute Dienste erweisen. Das haben Universitäten, das Bundeswirtschaftsministerium und Großkonzerne erkannt und die Macher hinter icho systems mit Preisen ausgezeichnet. Als Stadtoberhaupt bin ich stolz darauf, dass wir solche Gründer für den Wirtschaftsstandort Duisburg begeistern können. Unternehmen wie icho zeigen eindrucksvoll, wie mit dem Einsatz von Digitalisierung soziale Herausforderungen gemeistert werden können. Hier wollen wir auch zukünftig gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung und weiteren Partnern bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen“, kommentierte Oberbürgermeister Sören Link.

Für die Existenzgründungsberater der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg haben die Gesellschafter der Firma Alkje Stuhlmann, Eleftherios Efthimiadis, Steffen Preuß und Mario Kascholke bislang unterstützt, indem sie ihnen Kontakt zum Fraunhofer Inhaus hergestellt haben, wo sie jetzt ihr Büro haben. Darüber hinaus haben die GFW-Projektmanager die Akteure von icho systems in Förderfragen beraten und bei der Antragstellung unterstützt. Als nächster Schritt ist geplant, die Prototypen dahingehend weiterzuentwickeln, dass sie als Heil- und Hilfsmittel anerkannt werden.

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