Werner Hinz teilt mit seiner Freundin Karla Klenner die Leidenschaft für außergewöhnliche Verkleidungen: Ein Tag unter Hobbits, Elfen & Co.

Werner Hinz teilt mit seiner Freundin Karla Klenner die Leidenschaft für außergewöhnliche Verkleidungen : Ein Tag unter Hobbits, Elfen & Co.

Magiewelt voller Fabelwesen,

Hexenmeister, Manga Helden -- davon träumen viele Fantasyfans. Dazu gehören auch Werner Hinz und seine Freundin Karla Klenner.

Das Elfia Festival in Arcen bietet am 20. und 21. September wieder die Möglichkeit, ein Teil dieser Traumwelt zu werden und der Fantasie freien Lauf zu lassen. Auch dieses Jahr werden die zwei wieder in aufwendig selbst angefertigte Kostüme schlüpfen und mit tausenden das Festival besuchen. In seinen 67 Lebensjahren hat der Homberger Werner Hinz immer gerne gebastelt und in seiner Zeit als Feuerwehrmann viele Stunden in der Werkstatt verbracht. Seine Freundin Karla Klenner hat die Vorliebe fürs Verkleiden vor ihrem 40. Geburtstag entdeckt. „Der runde Geburtstag wurde unter einem Halloween-Motto gefeiert“, erzählt die 51-Jährige. 2008 wurden Werner Hinz und seine Freundin durch einen TV-Beitrag auf das Elfia Festival aufmerksam. Sofort war das Paar begeistert und fuhr spontan zur Veranstaltung in die Niederlande. Karla Klenner schwärmt: „Wir hatten kein Kostüm. Doch es gefiel uns dort so gut, dass wir uns vornahmen, im nächsten Jahr auf jeden Fall verkleidet zu erscheinen.“

Seitdem leben die beiden ihr Hobby, das Verkleiden als Fantasie-Charaktere, einmal im Jahr beim Elfia Festival aus. Schon Monate vor Beginn basteln die Fantasyfans fleißig an ihren Kostümen: „Bald ist es wieder so weit, aber wir sind immer noch nicht fertig.“ Ihre Leidenschaft nimmt viel Raum im Alltag ein - zeitlich und auch räumlich: Die Küche wurde kurzerhand zum Bastelzimmer umgebaut und ins Wohnzimmer verlagert. Zusammen mit sechs Freunden geht das Pärchen dieses Jahr als Lord of Ice und die Herrin vom See. „Wir haben uns nicht immer an das vorgegebene Motto gehalten. Dieses Jahr bin ich total am Thema vorbei, aber es ist ja alles erlaubt“, sagt Hinz mit einem Grinsen. „Genau das ist das Schöne! Wir können unsere Kreativität grenzenlos ausleben“, ergänzt die begeisterte Hobby-Bauchtänzerin.

Von Fußmatten über Spülunterlagen und Fernseh-Platinen bis hin zu einem Brautkleid und einer Imker-Schutzhaube -- all das wurde für die diesjährigen Outfits verwendet. „Mein teuersten Kostüm hat rund 60 Euro gekostet. Bei 100 Euro wäre meine Grenze erreicht. Karla hat mit etwa 150 Euro deutlich mehr ausgegeben, sie ist halt eine Frau“, sagt der Homberger lachend.

Ihre Ideen entwickeln die beiden Verwandlungs-Liebhaber etwa durch Schminkbücher oder beim Stöbern in sämtlichen Läden.

„Ich bastele meist auf der Terrasse, der Rheinblick inspiriert“, berichtet der ehemalige Feuerwehrmann. Doch hin und wieder gebe es kleine Tücken, an denen er zu tüfteln habe. So könne er beim jetzigen Kostüm durch die Kopfbedeckung nicht essen und trinken: „Das ist mir aufgefallen als ich alles anprobierte und mir die Nase juckte – ich konnte mich nicht kratzen.“ Auf Dauer sei es zudem anstrengend ein solch schweres Kostüm zu tragen.

„Alle Altersgruppen und verschiedene Nationalitäten sind bei Elfia vertreten. Und Holländer sind wirklich locker drauf“, erzählt die Röntgen-Assistentin. Verkleidet würden sich die Festival-Besucher wie in einer anderen Welt fühlen – anders als im Alltag. „Jedoch gibt es Menschen, die das noch extremer ausleben.“

Arbeitskollegen und Nachbarn wissen nichts vom außergewöhnlichen Hobby des Paares, das wird sich jetzt wohl ändern.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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