Ein Paar gewinnt die Solo-Wertungen

24-Stunden-Rennen im Landschaftspark : Auch andersrum ein Erfolg

Die 15. Auflage des 24-Stunden-Rennens im Landschaftspark ist Geschichte. Und sie hat Geschichten geschrieben. Zum Beispiel die vom Liebespaar, das die Solo-Kategorien gewonnen hat. Und vom Duell um den Gesamtsieg, das erst in der letzten Runde zugunsten des achtköpfigen Teams Wüster Radladen entschieden wurde.

Alles in allem war der Mountainbike-Dauerbetrieb im Landschaftspark Nord mit 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder das, was man aus 15 Jahren kennt: „Ein Mega-Event.“

Und jedenfalls fest steht: Die „24h von Duisburg“ funktionieren in beide Richtungen. Für das kleine Jubiläum in der Industriekulisse hatten die Organisatoren die Fahrtrichtung umgedreht.

Pierre Bischoff wird es egal gewesen sein, wie herum gefahren wurde. Der Solofahrer war mehr mit seinem Schlüsselbeinbruch beschäftigt, den er sich bereits in der ersten Runde zugezogen hatte. Doch er schaffte es, die Verletzung zu ignorieren, und das Adrenalin tat den Rest. Mit 75 Runden gewann er die Wertung mit zwei Runden Vorsprung auf Stefan Veen und fünf Runden vor Mathias Göbel.

Diese Umstände und dass er und seine Freundin, die Schweizerin Noemie Chiarello, sich im Ziel gegenseitig mit Küsschen zum Sieg beglückwünschen konnten, geht sicherlich in die Geschichte der 24 Stunden im Landschaftspark ein.

Das gilt auch für das Duell, das sich um den Gesamtsieg abspielte. Zu Beginn diktierte das Achter-Team Mondraker Rockets das Geschehen. Wobei sich das zu deutlich anhört, denn Titelverteidiger Wüster Radladen blieb immer in der gleichen Runde.

In der Nacht verschoben sich die Kräfte nach und nach und am Sonntagmorgen lag der Wüster-Radladen 56 Sekunden vor den Raketen. Es blieb spannend bis zum Schluss, genauer bis zur letzten Runde. Für die Mondraker Rockets lösten sich auf den letzten 7,5 Kilometern die verbliebenen Chancen wörtlich in Luft auf: Schlussfahrer Dominik Gierse holte sich einen Plattfuß.

So stand erneut der Wüster-Radladen mit 95 gefahrenen Runden ganz vorne im Klassement – diesmal mit acht Fahrern. Im Vorjahr waren sie als Vierer-Team erfolgreich.

Das beste Vierer-Team war die Cycle Culture Company auf Gesamtrang drei (91 Runden). Sie lagen eine knappe Runde vor Team2Beat powered by Bergamont.

Die Bergwertung am Monte Schlacko sicherte sich auch ein Fahrer aus dem Wüster-Radladen: Lennart Voege schaffte in 35,76 Sekunden den schnellsten Aufstieg. Bei den Damen war das Jutta Schubert (49,92).

Wo Rennen gefahren werden, geht es auch um Sieger und Platzierte, klar. Doch beim Kult-Event im Landschaftspark Nord geht es um viel mehr als um Gewinner. Verlierer gibt es da schon mal gar nicht, denn es ist egal, ob man auf Rang 1 oder 397 gelistet ist, das Erlebnis bei Tag und Nacht und den Spaß dabei, den haben alle. Gänsehaut-Feeling beim Zieleinlauf inklusive.

Die neue, umgekehrte Streckenführung sorgte nicht nur für Abwechslung, sondern fand prinzipiell viel Anklang. Eine Extra-Schleife mit Passage am Bierwagen vorbei war ein zusätzlicher Stimmungsfaktor. Vom berüchtigten Monte Schlacko herunter gab es eine Schikane, die irgendjemand dann „Schlackolino“ taufte. Könnte eine Marke werden.

Ob 2020 dann auch andersrum gefahren wird, ist erst mal noch offen. Die Organisatoren wollen das per Umfrage die Teilnehmer entscheiden lassen.

Am Freitag mussten die Kinder ihre Rennen bedauerlicherweise im strömenden Regen austragen, am Samstag und Sonntag aber hielt das Wetter – und die Strecke war nicht so staubig wie im vergangenen Jahr.

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