Ein Paar dunkelblaue Augen

Ein Paar dunkelblaue Augen

International gefeierte Solisten und Ensembles treten nicht nur bei den Philharmonischen Konzerten, sondern auch in den Kammerkonzerten in der Mercatorhalle auf. Den Auftakt machen am 30. September das aufstrebende Belenus Quartett und die in Duisburg bestens bekannte Pianistin Anna Malikova.

"Beim Belenus!" Asterix-Lesern ist der keltische Gott bestens vertraut. Als Patron der Künste setzten ihn die Römer mit Apollon gleich — und als solchen wählte ihn das Belenus Quartett zum Namensgeber. Das deutsch-schweizerische Streichquartett wurde nach seiner Gründung 2005 rasch zu einem der gefragtesten europäischen Newcomer-Ensembles. "Bezwingende Intensität, Tiefenschärfe und Präzision" attestierte ihm die Badische Zeitung. Sein Repertoire reicht von den frühen Haydn-Quartetten bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen. Wobei die vier Musiker auch Ausflüge in die Nachbarschaft nicht scheuen. So sorgten sie etwa 2016 beim Jazz Festival in St. Moritz mit "A Tribute to Billie Holiday" für Furore.

Anna Malikova. Foto: privat

Sie "weiß, wie der Flügel zum Singen gebracht werden kann", schrieb wiederum "klassik heute" über Anna Malikova anlässlich des auf CD festgehaltenen 2. Klavierkonzerts von Johannes Brahms mit den Duisburger Philharmonikern — die sie schon auf ihrer China-Tournee 2007 begleitet hatte.

Fürs 1. Kammerkonzert am 30. September haben sich Malikova und das Belenus Quartett zwei absolute Gipfelwerke ihrer Gattung vorgenommen: Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 und das Klavierquintett g-Moll op. 57 von Dmitri Schostakowitsch.

"Ein herrliches Werk [...] äußerst brillant und effektvoll", freute sich Clara Schumann schon nach der ersten Probe über das Stück ihres Mannes. Und Bewunderer Johannes Brahms versenkte sich gar hinein "wie in ein paar dunkelblauer Augen (so kömmt's mir nämlich vor)".

Dass er für sein Quintett gleich den Stalinpreis erhielt, wird Schostakowitsch kaum gefreut, allenfalls beruhigt haben. Der unter scharfer Beobachtung stehende Komponist nimmt hier quasi Zuflucht zum "ewigen Erbe" — Bach, Bruckner, Strawinsky — und bleibt doch ganz er selbst: zerrissen, unerbittlich, manchmal virtuos und immer unterlegt mit diesem ganz speziellen, grimmig-unsentimentalen Schostakowitsch-Humor.

1. Kammerkonzert am Sonntag, 30. September, um 19 Uhr in der Mercatorhalle.

Karten: (0203) 283 62 100

Um 18.15 Uhr gibt es eine Einführung ins Konzert von Jonas Zerweck im Tagungsraum 6.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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