Ein erster Versuch

Am vergangenen Samstag fand erstmals die Kulturkonferenz „#KK47“ statt. Trotz herrlichem Wetter draußen kamen rund 150 Teilnehmer im Stadttheater zusammen, und nicht nur die Vertreter von Politik und Verwaltung, auch der größte Teil der Kulturschaffenden war schon am frühen Vormittag da.

Dort gab es zunächst einen musikalischen Gruß von zwei Cellisten der Duisburger Philharmoniker. War das „Streichkonzert“ mit Hintergedanken an den Anfang der Kulturkonferenz gesetzt worden? Die sollte vor allem den Weg fortsetzen, der mit Beteiligung zahlreicher Duisburger als Kulturentwicklungsplan begonnen und vom Rat verabschiedet wurde. „Ergebnisse, Maßnahmen, Handlungen“ wünschte sich Kulturdezernent Thomas Krützberg in seiner Eröffnungsansprache.

Die gab es am Ende des Tages tatsächlich, wobei die Verbindlichkeit der drei beschlossenen Aufforderungen an die Stadt Duisburg fraglich ist. Wie nah Kulturbeiräte und andere Einrichtungen der freien Szene letztlich an den Entscheidungsprozess in Rat und Verwaltung herankommen, war auch ein Thema in einer der vielen Arbeitsgruppen.

„Kultur des Ermöglichens“ hieß, nach einer Zielsetzung des Kulturentwicklungsplans, eine andere; die, in der die drei Aufforderungen an die Stadt verabschiedet wurden.

Der erste Beschluss betraf die Straußsiedlung, wo der Dialog zwischen Gebag und Straußhaus-Initiative fortgesetzt werden soll. Ins Spiel gebracht wurden Ideen zur gemeinwohlorientierten Sanierung und Nutzung der denkmalgeschützten Siedlung und der Zugang zum Mietertreff. Ein angekündigter Vertreter der Gebag war leider nicht erschienen.

Mit Zielvorgabe „spätestens 2020“ wurde die Stadt aufgefordert, ein Soziokulturelles Zentrum in Betrieb zu nehmen und dafür insbesondere die Alte Feuerwache in Hochfeld als Standort ins Auge zu fassen.

Um das (wenige), was an freier Szene bereits existiert und arbeitet, besser und gezielter zu unterstützen, soll die Stadt Möglichkeiten institutioneller und kontinuierlicher struktureller Förderung prüfen.

Was aber die Frage nach dem Nachtleben anging, wie es sein kann, dass in Duisburg seit fünf Jahren kein Club mehr aufgemacht hat, dass ein einzelner Anrufer einen erfolgreichen Clubbetrieb fast lahmlegen kann, was Bochum, Düsseldorf und Köln richtig machen und Duisburg falsch – da blieb die Kulturkonferenz ohne Ergebnis. Es war ja erst der erste Versuch ....

(Niederrhein Verlag GmbH)
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