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: Ehrliche Finder waren eingeladen

: Ehrliche Finder waren eingeladen

3.870 Fundsachen sind im Jahr 2018 bei den Fundbüros der Stadt eingegangen. Darunter war im Grunde alles, was man sich überhaupt nur vorstellen kann: vom Gebiss über das teure Smartphone bis zu Geld und Geldbörsen.

Und auch im laufenden Jahr sind schon über 2.000 Fundstücke abgegeben worden, die ehrliche Finder zu den Polizeidienststellen oder direkt in die Fundbüros trugen. Darunter waren auch knapp 40 Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Diese wiederum wurden auch in diesem Jahr für ihre Ehrlichkeit belohnt, denn in der vergangenen Woche hatten sie eine Einladung in die Polizeikaserne in Neudorf. Dort wurden sie nicht nur von Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels begrüßt sondern auch mit Keksen und Säften bewirtet.

„Ehrlich währt am längsten“, bekundete die Präsidentin denn auch gleich bei der Begrüßung: „Ihr habt das super gemacht. Ganz große Klasse. Ihr habt Euch euren Besuch verdient!“

Und der Besuch hatte es in sich, denn die Kids bekamen ein Programm, das sich sehr von dem unterscheidet, was noch vor fünf Jahren üblich war. Elke Bartels erläuterte im Vorgespräch: „Seit 65 Jahren belohnen wir unsere kleinen, ehrlichen Finder. Damals gab es den Verkehrskasper, heiße Schokolade und das war es.“ Doch die Zeiten ändern sich, denn die heutigen Kinder waren mit dem Kasper nicht mehr wirklich glücklich. Seit vier Jahren gibt es stattdessen Einblicke in die Arbeit der Polizei: Da werden Polizeihunde vorgeführt und auch die Fahrzeuge der Einsatzhundertschaft können besichtigt werden. Zudem können die Kids die umfangreiche Materialausrüstung der Polizei in Augenschein nehmen. In der Turnhalle gibt es im Anschluss zudem Vorführungen vom Training der Frauen und Männer, die in den Hundertschaften Dienst übernehmen.

„Dies kommt bei den Kindern richtig gut an. Und nicht nur die Kinder sind begeistert, auch die begleitenden Eltern schauen zu, denn solche Einblicke gibt es normalerweise nicht“, erläuterte Elke Bartels und fügte an: „Es ist uns wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass Ehrlichkeit ein hohes Gut ist. Deshalb machen wir seit 65 Jahren das Programm „ehrliche, kleine Finder“.

Denn die Begehrlichkeiten sind auch bei Kindern groß: Was machen wir, wenn einfach mal so ein fünfzig Euro-Schein vor uns auf der Straße liegt? Mitnehmen oder zum Fundbüro bringen, wie es eines der Kinder in diesem Jahr getan hat. Auf die Frage, ob dies nicht eine prima Taschengeldaufbesserung gewesen wäre, kommt denn auch „überlegt habe ich schon ein bisschen“!

Trotzdem hat sie den Schein ins Fundbüro getragen. Und auch Moritz hat diesen Weg angetreten, nachdem er beim Kinderfest im Innenhafen ein wertvolles Smartphone gefunden hatte. Christiana stieß dagegen in Röttgersbach auf einen Schlüsselbund, der auch den Weg zur Polizei fand. Nur drei Beispiele, die zeigen, dass Kinder oft ehrlicher sind als mancher Erwachsener.