Vorfall im Stahlwerk sorgte für Fragen: "Durchbläser" bei HKM

Vorfall im Stahlwerk sorgte für Fragen : "Durchbläser" bei HKM

Am Mittwochnachmittag, 31. Oktober, kam es im Hüttenwerk Krupp-Mannesmann (HKM) in Huckingen zu einem Vorfall, bei dem Immissionen freigesetzt wurden.

Udo Carstens war am besagten Tag gerade am Kuppengraben in Friemersheim unterwegs, als er ein lautes Zischen und einen Knall vernahm. Kurze Zeit später konnte er eine große schwarze Imissionswolke über dem Krupp-Mannesmann Hüttenwerk auf der anderen Rheinseite ausmachen, die Richtung Friemersheim zog. Ein Anruf Carstens bei der Werksfeuerwehr von HKM ergab die Auskunft, man habe nichts bemerkt.

Stadt-Panorama hat nachgehakt: Von HKM gab es bis heute leider keine Rückmeldung und der Duisburger Stadtverwaltung war auf Nachfrage angeblich ebenfalls nichts über den Vorfall bekannt. Jörn Esser aus dem Presseamt der Stadt mutmaßte lediglich, es werde sich wahrscheinlich um "das Öffnen des Überdruckventils eines Hochofens" gehandelt haben und verwies an die Bezirksregierung in Düsseldorf, die hier in Sachen "Immissionsschutz" zuständig sei.

Und in der Tat, die Vermutung eines so genannten "Durchbläsers" an "Hochofen B" sollte sich nach Auskunft der Bezirksregierung bestätigen: "Der Vorfall am 31. Oktober hat nur wenige Sekunden gedauert. Solch ein Ereignis kann eintreten, wenn es im Hochofen zu einem Druckanstieg kommt, z.B. weil die Schichtung (Erze, Koks, Zuschlagstoffe) plötzlich zusammensackt und das Gas dann stoßartig nach oben Richtung Hochofenkopf durchströmen kann. In Folge des Druckanstieges öffnen sich dann die Öfenhüte. Hierbei handelt es sich um Ventile, die als Sicherheitseinrichtungen dienen, um im Bedarfsfall Überdruck aus dem Ofengefäß ablassen zu können. Beim Öffnen der Hüte wird dann unvermeidlich Kohlenmonoxid und Staub mit ausgetragen und es kommt auch zu Lärmimmissionen", erklärte Dagmar Groß, Sprecherin der Bezirksregierung in Düsseldorf.

Vorwarnen hätte man nicht können, da das Ereignis nicht vorhersehbar war. Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung habe darüber hinaus nicht bestanden. "In der Umgebung von HKM sind die einschlägigen Immissionswerte an den Messstellen eingehalten worden." Da die Sicherungseinrichtungen (Ofenhüte) ihre Funktion erfüllt hätten, konnte Schlimmeres verhindert werden. Die genaue Aufarbeitung bezüglich der Ursachen sei laut Bezirksregierung aber noch nicht abgeschlossen.

Stadt-Panorama wird auch hier in ein paar Wochen nachhaken...

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