Duisburgs beliebtestes Volksfest punktet auch im Kleinen

Es war wieder herrlich beim Ruhrorter Hafenfest : Auch fröhlich, wenn’s feucht ist

„Mega“, „Sooo schön“, „der Hammer“ – das Feuerwerk am ersten Abend des Ruhrorter Hafenfests hat die zahllosen Schaulustigen an beiden Rheinufern schwer begeistert und dem Hafenstadtteil eine wilde Partynacht beschert.

Es war, wie Feuerwerker Sascha Tietze gegenüber Stadt-Panorama bestätigte, das Feuerwerk, das eigentlich im letzten Jahr abgeschossen werden sollte. Von Tietze und Kollegen seinerzeit geborgen, neu verpackt und sicher eingelagert, kamen die Farbsterne und Herzbomben eben jetzt zum Einsatz. Mit mehreren 10.000 Schuss machte das größte und längste Feuerwerk am Niederrhein seinem Ruf wieder alle Ehre. Einen geradezu poetischen Kontrapunkt dazu setzten die Lampionfahrer vom Homberger Ruderklub Germania und vom Kanuverein Beeckerwerth, die den Schiffskorso glühwürmchenmäßig begleiteten.

Freitag war auch wettertechnisch der beste Tag des Hafenfestes – obwohl: Auch der Montag war ja phasenweise durchaus sonnig, was für einen vergleichsweise späten Abbau der Hafenkirmes sorgte. Die war mal wieder ausgezeichnet bestückt mit dem prächtigen weißen Riesenrad, dem immerhin nicht so weit von einer Schiffschaukel entfernten „X-Factor“, dem Propeller für die ganz Mutigen und „Remmi Demmi“ für Nostalgiker.

Hart hatten es am Samstagnachmittag die Atomics. Duisburgs älteste Rock’n’Roll-Band spielte auf der Bühne gegen harten Wind und fiesen Regen an – der ausgezeichneten Show tat das keinen Abbruch. Creedence Clearwater Revival muss man auch erstmal so hinbekommen. Immer wieder stellte die Band dabei auch ihre Chorqualitäten unter Beweis. Das Publikum, das sich durchaus zahlreich unter Bäumen versteckte oder an die Bierwagen drückte, hielt dankbar durch.

Elisa Marie Lehmann hatte mächtig Spaß am Montag auf der Hafenkirmes. Mit Oma Sabine ging’s auf die „Raupe“. Foto: Volker Nagraszus

Der Abend blieb dann trocken, dafür sorgte Mariuzz ohne Armani-Rocker-Attitüde für eine Westernhagen-Show, die die zahlreichen Fans vollends überzeugte.

Viel Regen auch am Sonntagvormittag, doch sowohl der Kunstmarkt auf dem Neumarkt als auch der Hoftrödel waren schon morgens gut besucht – es wären die 36 Hinterhöfe und über 80 Hobbytrödlern ja auch gar nicht anders zu schaffen gewesen. Oder, um Organisator Peter Jacques zu zitieren: „Nicht auszudenken, was bei gutem Wetter los gewesen wäre.“

Nachmittags blieb’s dann trocken, die Sonny Boys machten mit gleich zwei neuen Gitarristen (also drei mit Frontman Heinz Martin) und dem Einmannblasorchester Ansgar Ischpunkt an der Harp einen starken Sound zum Feierabend des Bühnenprogramms. In den Kneipen und einigen Hinterhöfen ging’s noch bis in die Puppen weiter. Auch bei „Cleto am Markt“. Bis vor 20 Jahren die berühmteste Tanzadresse in Ruhrort, war im Ladenlokal zuletzt eine Parfümerie. Die ist seit einiger Zeit raus, und so machten die alten Wirtsleute mit tatkräftiger Unterstützung der Verwandtschaft für drei Tage ihr Lokal noch einmal auf. Kleinteilig und familiär – das ist eine, vielleicht die große Stärke des Ruhrorter Hafenfests.

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