Duisburger Hafen ("Duisport") hält Kurs - aber Umfeld wird schwieriger

Duisburger Hafen weiter auf Kurs, aber ... : „Uns stehen raue Zeiten bevor“

Die Duisburger Hafen AG (“Duisport“) hat erneut gute Zahlen vorgelegt: Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Umsatz in Höhe von 278,6 Millionen Euro erzielt, 11,6 Prozent bzw. 28,9 Millionen mehr als im Vorjahr. Hafenchef Erich Staake betont, dass das wirtschaftliche Umfeld schwieriger geworden ist ‑ und wird.

Fürs Geschäftsjahr 2019 dämpfte Duisport-Chef Erich Staake gleich mal die Erwartungen: „Wir können uns den globalen Entwicklungen nicht entziehen. Nach aktueller Schätzung des RWI ist der weltweite Container-Umschlag bereits im Februar auf 133,9 Indexpunkte gefallen. Im Januar lag er noch bei 138,2.“ Dies sei der viertstärkste bisher beobachtete monatliche Rückgang; Staake: „Uns stehen raue Zeiten bevor.“

Der Hafenchef verwies auf weitere Unwägbarkeiten, die bereits im letzten Geschäftsjahr negative Auswirkungen auf den Konzernumsatz hatten, etwa das Niedrigwasser auf dem Rhein und die offenen Fragen um den drohenden Brexit. So seien die guten Geschäftszahlen von 2018 „ein vermutlich nur schwer wiederholbarer Erfolg.“

Duisport hat 2018 in Höhe von 20 Millionen Euro investiert ‑ 2017 waren es noch 14 Millionen Euro mehr. Das sei aber eine Ausnahme aufgrund des Erwerbs von Bohnen Logistik und der Errichtung der Logistikimmobilie auf der Ruhrorter Mercatorinsel gewesen, heißt es beim Unternehmen.

Der Gesamtgüterumschlag einschließlich der privaten Werkshäfen betrug 127,5 Millionen Tonnen; das ist ein Rückgang um 3,0 Prozent (2017: 130,6 Mio. Tonnen). In den Häfen der Duisport-Gruppe ging der Umschlag von 68,3 Millionen auf 65,3 Millionen Tonnen zurück. Die Niedrigwasserperiode habe beim Schüttgut zu einem zehnprozentigen Rückgang geführt; vor allem der Umschlag von Eisen, Stahl und Kohle sei zurückgegangen, während Mineralöl- und Chemiesektor stabil geblieben seien. Beim Containerumschlag, mit einem Anteil von rund 55 Prozent das wichtigste Duisport-Gütersegment, konnte mit einem Umschlag von 4,1 Millionen Tonnen das Rekordniveau des Vorjahres gehalten werden.

Zentrale Drehscheibe ist der Hafen für den China-Handel. Rund 30 Prozent des gesamten Handels per Güterzug zwischen China und Europa würden bereits über Duisburg abgewickelt, so die Duisport-Mitteilung. Zwischen Duisburg und einem Dutzend Destinationen in China verkehrten wöchentlich 35 Züge, die im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt rund 130.000 Standardcontainer (TEU) transportierten. Durch Kooperationen mit chinesischen Partnern soll „im Interesse der deutschen Exportwirtschaft“ für weiteres Wachstum entlang der Korridore der Seidenstraße gesorgt werden. Duisport engagiere sich derzeit vor allem beim Aufbau des weltweit größten Industrie- und Logistikparks „Great Stone“ nahe dem weißrussischen Minsk. In einem Konsortium mit europäischen und asiatischen Partnern soll mittelfristig die Transportzeit der Chinazüge von derzeit 14 auf zehn Tage reduziert werden.

Derweil sind die Rückbauarbeiten auf dem 40 Hektar großen Areal der ehemaligen Papierfabrik Walsum abgeschlossen. Dort plant Duisport ein trimodal angebundenes Containerterminal direkt am Rhein. Die ersten Ansiedlungen seien bereits auf den Weg gebracht; etwa 600 neue Arbeitsplätze sollen laut Duisport entstehen. Derzeit werde bereits über eine Ausweitung durch Zukauf weiterer Flächen in der Größenordnung von etwa 15 Hektar verhandelt.

In Ruhrort sind Anfang dieses Jahres drei Landstromtankstellen installiert worden. Dort können bis zu sechs an Land liegende Binnenschiffe gleichzeitig mit Strom versorgt werden. Weitere Landstromtankstellen für die wachsende Anzahl der in Ruhrort an- und ablegenden Flusskreuzfahrtschiffe geplant.

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