1. Niederrhein
  2. Duisburg

Duisburg hat die Dreifach-Wahl

Duisburg hat die Dreifach-Wahl

Am Sonntag, 24. September, ist Bundestagswahl. Darüber hinaus sind die Duisburger aufgerufen, einen Oberbürgermeister für die nächsten acht Jahre zu wählen und für oder gegen die weitere Planung des "Designer Outlet Centers" (DOC) abzustimmen.

Für oder gegen das DOC ist allerdings nicht die Frage, sondern, in allerschönstem Amtsdeutsch: "Stimmen Sie dafür, dass der 'Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt zur Realisierung eines Designer Outlet Center (DOC) auf der Fläche der Duisburger Freiheit Süd' (DS 17—0025) vom 01.02.2017 aufgehoben werden soll und damit die Einleitung von Bauleitplanverfahren und sonstigen Verfahrensschritten für ein DOC auf dem Güterbahnhofsgelände südlich der Koloniestraße ("Duisburger Freiheit Süd") unterbleibt?" Sprich, es wird für oder gegen die Aufhebung der DOC-Pläne gestimmt. Praktisch heißt das: Wer für ein Outlet-Center auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände ist, muss mit "Nein" stimmen, wer dagegen ist, mit "Ja".

Abstimmungsberechtigt beim DOC-Bürgerentscheid sind all diejenigen Duisburger ab 16 Jahre, die auch zur OB-Wahl berechtigt sind. Das sind mit 370.000 etwas mehr als die 328.000 zur Bundestagswahl berechtigten Duisburger — die nämlich müssen über 18 Jahre alt sein.

Bei der Bundestagswahl läuft's unverändert: Jeder hat zwei Stimmen, die sogenannte Erststimme für den Direktkandidaten, die Zweitstimme oder auch "Kanzlerstimme" für die von den Parteien aufgestellte Kandidatenliste. Geändert haben sich die Nummern der beiden Duisburger Bundestagswahlkreise: "Duisburg I" hat jetzt Nummer 115 (früher 116), "Duisburg II" die 116 (früher 117). Und Duissern gehört jetzt zum Wahlkreis 116 Duisburg II, zu dem außerdem alle Stadtteile nördlich der Ruhr sowie der komplette Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl gehören. Rheinhausen und außer Duissern alle Stadtteile südlich der Ruhr gehören zum Wahlkreis 115 Duisburg I.

Für Duisburg I sitzt seit 2009 Bärbel Bas (SPD) im Bundestag, die auch am Sonntag wieder antritt. Herausgefordert wird sie von Thomas Mahlberg (CDU), der 2008 bis 2009 als Nachrücker und 2013 über die Landesliste in den Bundestag eingezogen ist, sowie von Kandidaten der Parteien Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP, AfD, Piraten und MLPD.

Für Duisburg II zog 2013 Mahmut Özdemir (SPD) direkt in den Bundestag ein. Ums Direktmandat konkurrieren mit ihm Volker Mosblech (CDU), der als Nachrücker seit 2015 Mitglied des Bundestages ist, und Kandidaten der Grünen, der Linken, von FDP, AfD, MLPD und einem Einzelbewerber.

Wird der Bundestag für die nächsten vier Jahre gewählt, geht's bei der Wahl zum Oberbürgermeister Duisburgs diesmal um knapp acht Jahre Amtszeit — um Kosten zu sparen, hatte Amtsinhaber Sören Link beschlossen, die OB-Wahl auf den Bundestagswahltermin vorzuziehen; 2025 sollen dann OB und Rat wieder gemeinsam und dann für je fünf Jahre gewählt werden.

Sören Link (SPD) hat am Sonntag fünf Herausforderer: Gerhard Meyer, der als gemeinsamer Kandidat von CDU, Grünen, Junges Duisburg und den Bürgerlich-Liberalen antritt; Erkan Kocalar von den Linken, seit 2009 Bürgermeister; Thomas Wolters von der FDP; Melanie Händelkes von der NPD und Einzelbewerber Yasar Durmus vom Bündnis "Wir sind Duisburg". Bekommt am Sonntag keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, gibt es am 8. Oktober eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen.

(Niederrhein Verlag GmbH)