Duisburg hat Dammbalkenverschluss

Duisburg hat Dammbalkenverschluss

Doppelter Hochwasserschutz: Neben dem Sperrtor Marientor ist jetzt auch der Dammbalkenverschluss einsatzbereit. Der Notverschluss hinterm Sperrtor soll zusätzlich für Sicherheit sorgen — vor allem, wenn in den nächsten Jahren das 87 Jahre alte Marientor saniert wird.

Das Marientor ist jetzt nicht mehr der einzige Hochwasserschutz der Duisburger Innenstadt. Sollte das Sperrtor, das 1926 bis 1929 erbaut wurde und laut Wirtschaftsbetrieben Duisburg nach wie vor voll funktionsfähig ist, einmal nicht funktionieren, können dann 13 Dammbalken per Kran über die Punpenhalle in die Innenhafeneinfahrt gehoben werden. Jeder Dammbalken wiegt etwa neun Tonnen, übereinandergestapelt sind sie rund 16 Meter hoch — bei einem höchsten gemessenen Wasserstand von 13 Metern am Pegel Ruhrort sollte das reichen.

"Einen modernen, massiven Hochwasserschutz" habe Duisburg jetzt, befand Regierungspräsidentin Anne Lütkes, worüber wiederum Oberbürgermeister Sören Link schmunzeln musste, eben weil das Marientor ja 87 Jahre alt ist und deshalb bald saniert werden soll. 2017 beginnt dafür die Planungsphase, die wird wohl bis 2020 dauern ...

Doch auch Sören Link ist froh, "dass wir im Krisenfall Sicherheit garantieren können." Immerhin: Marientor bzw. Dammbalkenverschluss schützen Sachwerte von zwei Milliarden Euro, so Link, und verweist auf die viele Technik im LZPD, dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW, das ebenso hinter dem Tor liegt wie das NRW-Landesarchiv, von jeder Menge weiterer öffentlicher und privater Wirtschaftsgüter ganz abgesehen. Vor allem: "Der U-Bahn-Tunnel wäre vollgelaufen, und wir hätten ihn nicht mehr leer gekriegt auf absehbare Zeit", erklärt Link. Diese Gefahr ist nun abgewendet.

Was Link darüber hinaus freut: Die Arbeiten wurden innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens ausgeführt — und bleiben mit rund 1,5 Millionen Euro rund eine Million unter den veranschlagten Kosten. "Dieser Dammbalkenverschluss ist in dieser Form der erste seiner Art", erklärt Wolfgang Graf-Schreiber, zuständiger Projektleiter bei den Wirtschaftsbetrieben, "da haben wir lieber etwas vorsichtiger kalkuliert, um auf der sicheren Seite zu sein." Und auf der ist der Innenhafen ja jetzt auch.

(Niederrhein Verlag GmbH)
Mehr von Stadt-Panorama