Duisburg bekommt Nachtlinien

Duisburg bekommt Nachtlinien

Aus dem Jahr 1999 stammt der letzte Nahverkehrsplan der Stadt Duisburg. Wenn hier auch in all den Jahren immer wieder dran gefeilt worden ist, soll nun ein neuer Nahverkehrsplan her. Stichtag soll nach gegenwärtigen Planungen der 1. Januar 2020 werden.

Dann soll der Plan in die Tat umgesetzt sein. Erste Schritte dazu finden bereits Mitte Mai statt, wenn die ersten Bezirksvertretungen über den neuen Plan beraten werden. Der basiert auf Wünschen, die bei diversen Bürgerforen geäußert oder gefordert wurden ebenso, wie auch ein externer Gutachter das bestehende Angebot beleuchtet hat.

In der Analyse ergaben sich dabei mehrere Schwachstellen:

So hat die DVG derzeit keine einheitlichen Betriebszeiten, was dazu führt, dass man beispielsweise nach Rheinhausen Zentrum kommt, von dort jedoch vielleicht nicht weiter, da die Anschlusslinie schon Betriebsschluss hat.

Es gibt über die Werktage keine Nachtlinien.

Im Bereichen mit schwacher Nachfrage blockiert die Fahrzeugbereitstellung dafür den verstärkten Einsatz in Bereichen, wo es richtig brummt.

Bei den Buslinien ist im derzeitigen Nahverkehrsplan nicht immer eine Funktion ausgewiesen: Zum Teil werden Stadtteile miteinander verbunden, zum Teil geht es dann in die City. So schlängeln sich einzelne Linien oft stark durch das Stadtgebiet, was lange Fahrzeiten und damit höhere Kosten verursacht. Dies geht man im neuen Nahverkehrsplan dadurch an, indem man den einzelnen Verkehrsträgern und Linien Funktionen zuordnet. Die Stadt- und Straßenbahnen bilden in Zukunft das Rückgrat des ÖPNVs in Duisburg. Regional-, Schnell-, Direkt- und Stadtbuslinien ergänzen dies insbesondere im Duisburger Westen, der über keine Straßenbahnen verfügt. Ring- und Quartiersbuslinien sorgen dafür, dass innerhalb eines Bezirks- und/oder Stadtteils Verbindungen zwischen Stadtteilzentren und Wohnquartieren geschaffen werden.

Das bisherige Nachtbuskonzept wird auf die Erschießung der Stadtmitte hin zu den nachfragestarken Stadtteilen umgestellt. Von dort gehen dann Taxibusse ab, die telefonisch vom Fahrgast bestellt werden und zum Beispiel eine Verbindung von Walsum Rathaus nach Oberhausen Holten auf der Linienstrecke sicher stellen. Dies Taxibuslinien sind zum DVG-Preis nutzbar.

Nachtbusse fahren wahrscheinlich ab etwa Mitte 2018 nicht nur an den Wochenenden sondern auch an den Werktagen nach dem neuen Konzept, zeigten sich Planungsdezernent Carsten Tumund Ralf Zigan, Sachgebietsleiter Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, zuversichtlich.

Die Betriebszeiten im Tagbetrieb werden mit Einführung des neuen Plans von bis 4 bis 23 Uhr gehen. Die Nachtzeiten gehen von 23.30 an den Werktagen bis 1.30 Uhr. Von freitags bis sonntags ist in den Nachtzeiten rund um die Uhr der Betrieb sicher gestellt.

Derzeit geht man im Planungsamt davon aus, dass auch weiterhin die städtische Tochter DVG die Transportleistungen übernehmen wird. So ist die DVG auch schon in die Planungen zum Verkehrskonzept einbezogen worden.

Insgesamt wird das neue Konzept rund 2.6 Millionen Euro mehr kosten als der derzeite städtische Zuschussbedarf in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Von den 2,6 Millionen Euro müssen jedoch noch etwa 1,8 Millionen Euro an prognostizierten Mehreinnahmen abgezogen werden, so dass mit erhöhten Kosten von rund 800.000 Euro pro Jahr gerechnet werden muss, hieß es Seitens der Stadt.

(Niederrhein Verlag GmbH)
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