: Duisburg baut auf

Duisburgs oberste Bauherren sind wieder netzwerken auf der „Expo Real“, der größten Immobilienmesse Europas in München. Von Montag bis heute präsentiert sich die Stadt am gemeinsamen Stand der „Metropole Ruhr“ mit breiter Brust bzw. vielen attraktiven Flächen.

Duisburg setzt auf B. Nicht das Vitamin, sondern der Immobilienanalyst Bulwiengesa klassifiziert Städte als A- und B- (und C- und D-) Standorte, und danach ist Duisburg (wie Essen oder Dortmund) ein B-Standort. Und das ist gut, denn: „Die A-Städte sind heiß gelaufen“, so Andreas Schulten von Bulwiengesa, wenn nicht „abgegrast“: Keine Flächen mehr, Mieten unbezahlbar ... „Die Opportunität, auf sogenannte B-Standorte auszuweichen, steigt“, sagt Rasmus C. Beck von der regionalen Wirtschaftsförderung Business Metropole Ruhr. Die hatte vor der Abreise nach München ins neue Digitalkontor am Innenhafen eingeladen, um über die Entwicklung des Immobilienstandorts Ruhrgebiet zu informieren.

„Was die gute Stimmung angeht, liegen wir voll im Trend“, sagt Oberbürgermeister Sören Link. Die Anfragen nähmen zu, die Grundstücksverkäufe fürs geplante Mercatorviertel gehen im November durch den Rat. Auf der Duisburger Freiheit, die jetzt nicht mehr so heißt, sondern erstmal schlicht Am alten Güterbahnhof, „können wir entscheiden, was wir da machen“, so Link: „Als allererstes möchte ich, dass die Hallen verschwinden.“ Denn die seien „ein Fanal des Stillstands“. Und der sei vorbei, wie Link am Beispiel des „Fressnapf“-Gründers und Investors Torsten Toeller zeigt. Der habe mit dem Bau von Mercator One angefangen, „ohne einen einzigen Mieter zu haben“. Ein Beispiel für spekulatives Bauen. „Das klingt erstmal böse“, so Rasmus C. Beck, sei aber gerade an den A-Standorten Gang und Gäbe: Die Investoren könnten sich sicher sein, dass sie Mieter finden. Deswegen, so OB Link, gebe es auch bei „6 Seen Wedau“ mit den geplanten 30 Hektar Unternehmenspark und 60 Hektar Wohnbebauung „keine Vermarktung um jeden Preis“, so wie ja auch das Mercator-One-Grundstück nicht meistbietend verkauft worden sei, sondern an denjenigen mit dem besten Entwurf. Link: „Wir entwickeln mit ruhiger Hand.“

Die Entwicklung des Innenhafens hat Alexander Kranki, Gastgeber des Pressegesprächs, von Anfang an verfolgt. Gerade ist seine Firma Krankikom in den eigenen Neubau am Calaisplatz umgezogen. „Es ist schon schön, wenn man aus dem Fenster kuckt und sieht: Hier passiert was“, sagt er, lobt die ideale Infrastruktur und: „Es ist immer noch relativ gut, hier Mitarbeiter zu finden.“

Vielleicht der entscheidende Punkt, bestätigt Andreas Schulten: Investiert wird dort, „wo die jungen Leute sind“. Denn: „Alle wollen da sein, wo in den nächsten 30 Jahren die Post abgeht.“ Und das könnte, Stichwort China-Geschäft, (auch) in Duisburg sein.

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