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Tumorzentrum Niederrhein: Die Kompetenzen bündeln

Tumorzentrum Niederrhein : Die Kompetenzen bündeln

Mit dem Ziel, die bestmögliche lokale Behandlung von Krebspatienten zu bieten, haben sich das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort, das St. Clemens-Hospital Geldern, das Sankt Josef-Hospital Xanten und das St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln zusammengeschlossen und das "Tumorzentrum Niederrhein" (TZN) gegründet.

"Durch die Bündelung unserer jeweiligen Kompetenzen können wir ein flächendeckendes und sektorenübergreifendes Angebot für die Versorgung der Patienten am ländlich geprägten Niederrhein bieten. Das ist einmalig in der Region", so Prof. Dr. Gernot M. Kaiser, Sprecher des TZN. Er war bereits viele Jahre als Sprecher an der Gestaltung des Magen-Darm-Zentrums des Westdeutschen Tumorzentrum an der Universitätsklinik Essen beteiligt und ist seit 2015 Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am St. Bernhard-Hospital. Auch weitere Facharztpraxen und Kooperationspartner wie Hospiz- und Palliativdienste sowie Psychoonkologen sind mit an Bord und ergänzen das Angebot. Ziel des Tumorzentrum ist es zunächst, die Kompetenzen der vier Krankenhäuser im Bereich der Bauchorgane zu bündeln. Dadurch kann eine moderne und bestmögliche Behandlung wohnortsnah auch bei komplexen und anspruchsvollen Krebserkrankungen sichergestellt werden. "Die Patienten können in ihrem heimischen Krankenhaus behandelt werden und zugleich die gemeinsamen Angebote der anderen Häuser in Anspruch nehmen", erläutert Gernot M. Kaiser.

"Gerade bei älteren Patienten ist es wichtig, dass sie nach einer Operation wieder schnell in die Normalität zurückfinden. Dazu haben wir Spezialisten in den Kliniken für Geriatrie an den Standorten Geldern, Xanten und Süchteln", erläutert Dr. Mark Banysch, Koordinator des Tumorzentrums Niederrhein.

Mit der Gründung des Tumorzentrum kommen die Krankenhäuser dem politischen Willen entgegen. Aber auch die Patienten profitieren von einer höchstmöglichen Versorgungsqualität vor Ort. "An den vier Standorten werden bereits jetzt deutlich mehr Patienten mit Dickdarmkrebs-Erkrankungen behandelt, als es der nationale Versorgungsplan der Deutschen Krebsgesellschaft für bundesweite Krebszentren fordert", so Gernot Kaiser. "Im letzten Jahr wurden insgesamt fast 300 Patienten mit Darmkrebs operiert."

Kernelement im TZN ist die gemeinsame Tumorkonferenz. Diese findet wöchentlich unter der Leitung von Chefarzt Dr. Theodor Heuer (Klinik für Gastroenterologie und Onkologie) im St. Bernhard-Hospital statt. Dazu kommen alle Spezialisten wie Viszeralchirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Radiologen zusammen und planen die patientenindividuelle Therapie. Im Rahmen einer webbasierten Videokonferenz soll in Zukunft auch die Teilnahme externer Kooperationspartner und Ärzte möglich gemacht werden.

Derzeitig hat das TZN einen Schwerpunkt für bösartige Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, der Leber, der Gallenwege, der Bauchspeicheldrüse und des Darmes. Im nächsten Schritt soll das Tumorzentrum Niederrhein auch für weitere Tumorerkrankungen ausgebaut. Innerhalb des Netzwerkes arbeiten bereits Experten für Hautkrebs, Prostatakrebs, gynäkologische Krebserkrankungen und Schilddrüsenkrebs. Die Zertifizierung als Onkologisches Zentrum der deutschen Krebsgesellschaft ist in Vorbereitung und soll im nächsten Jahr abgeschlossen sein.

Kontakt:
Tumorzentrum Niederrhein
St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort
Ruf: 02842/70-8274

www.tumor-zentrum-niederrhein.de

(Niederrhein Verlag GmbH)