Der Wal kommt wieder!

... und bringt seine Verwandten mit: Jörg Mazur hat seine Akzente-Skulptureninstallation "Ein Hoch aufs H2O" aufgebaut.

Über den Köpfen der Passanten, die auf der Harmoniestraße unter der Brücke zwischen Haniel-Mitarbeiterrestaurant und Haniel-Gästehaus hergehen, schwimmen Wale. Seit gestern ist auch die Beleuchtung installiert, mit der die Installation nachts in tiefes Wasserblau getaucht wird. Jörg Mazur hat sämtliche Delfine und Delfinartige — wozu auch der Beluga gehört, der 1966 im Rhein auftauchte — lebensecht und halblebensgroß im Maßstab 1:2 nachgebildet. Für die Installation "Ein Hoch aufs H2O" im Rahmen der diesjährigen Akzente hat er 22 von ihnen ausgewählt, und zwar solche, die tatsächlich gelegentlich Flüsse aufsuchen oder sogar in Flüssen leben. Darunter zum Beispiel der Chinesische Fluss- oder Jangtse-Delfin, der vermutlich bereits ausgestorben ist, und der Vaquita oder Kalifornische Schweinswal, einer der kleinsten seiner Art und ebenfalls stark vom Aussterben bedroht. "Ich wollte der Evolution ein Denkmal setzen am Beispiel einer Familie", erklärt Jörg Mazur. Ein Treffen der Walverwandten — mit deutlichem Schwerpunkt auf der Bedrohung unserer Gewässer.

Nach und nach wurden es mehr. Wie ein umgekehrtes Mobile hat Jörg Mazur die Skulpturen installiert, was den schwebenden, schwimmenden Eindruck verstärkt. Foto: tw

Auch der Weißwal oder Beluga ist gelegentlicher Flussbesucher. Im Rhein natürlich eine wohl einmalige Ausnahme, suchen Belugas in Kanada häufig den Sankt-Lorenz-Strom auf — und haben dort, wie 1966 der Wal im Rhein, extremste Probleme mit PCB und anderen Schadstoffen, die etwa aus der Erdölgewinnung in den Fluss geraten.

In der Brücke. Foto: tw

Der Weißwal ist bei Haniel gleich zweimal vertreten: Im "Brücken-Aquarium" ist er als lebensechte Nachbildung inmitten seiner Verwandten auszumachen; in der Lobby des Haniel-Gästehauses lächelt er frisch mit Autolack poliert als Rhineheart, das Denkmal für den Wal im Rhein, und wartet weiterhin auf Spender, die den Guss finanzieren. Übrigens in durchaus angemessener Nachbarschaft: An der Wand hängt eine Arbeit von Damien Hirst, einem der teuersten Künstler der Welt.

Mehr zum Programm der diesjährigen 37. Duisburger Akzente finden Sie hier.

Vorm Whale Watching kommt das Whale Washing — Jörg Mazur und Beluga-Skulptur. Foto: tw
(Niederrhein Verlag GmbH)
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