Der König-Heinrich-Platz jubelt

Haniel-Klassik-Open-Air vorm Stadttheater : Mit Götz und Feuerwerk

... und ohne Regen (bis auf ein paar Tropfen) ging am Freitagabend das große Haniel-Klassik-Open-Air über die Bühne vorm Stadttheater. Die Rasenkarrees auf dem König-Heinrich-Platz und Terrassen und Stufen vorm City-Palais waren zum Bersten voll, der Jubel am Ende groß.

Tatsächlich genau als Oberbürgermeister Sören Link und Haniel-Vorstand Florian Funck zur Begrüßung an die tapferen Durchhalter vor zwei Jahren erinnern, setzt der Regen ein – allerdings nur ganz kurz. Ab dem ersten Ton der Duisburger Philharmoniker blieb es trocken, jedenfalls wettertechnisch.

Dabei hatte die Rheinoper zumindest den Anfang möglicherweise mit Blick auf Regenwetter programmiert. Wie sieben Tage desselben nämlich klingt Ludwig van Beethovens „Fidelio“; an der Kerkerschwere seines einzigen Opernversuchs können weder Philharmoniker und GMD Axel Kober noch Chor- und Extrachor der Rheinoper etwas ändern. Corby Welch und Sylvia Hamvasi singen die düsteren Töne ihres Duetts „O namenlose Freude“ allerdings stimmschön und mit viel Gefühl. Götz Alsmann rät von Verwechslungen mit Verdis „Nabucco“ ab, womit der weitaus stärkere Gefangenenchor wenigstens erwähnt wurde.

Doch das Programm wurde besser, Camille Saint-Saëns’ „Samson et Delila“ gab Alsmann reichlich Vorlagen für Namens- und Aussprache-Witze und Ramona Zaharia einen tollen Raum für ihren farbenreichen Mezzosopran. Die Ausschweifungen der Danse Bacchanale (Alsmann: „Man wäre gern dabei gewesen“) klangen vor allem und perlend musiziert nach Champagner. Als Götz Alsmann zu schmachtenden Orchesterklängen die Beine von Dolores besang, schmachtete der ganze Platz mit, bei „Dein Kuss von gestern Nacht mein Schatz“, Tausendmal möcht’ ich dich küssen“ und „Ninon“ war dann auch die Götz Alsmann Band dabei und damit ein zweites wie geschmiert laufendes Instrumentalensemble.

Musikalischer Höhepunkt war sicherlich das Finale des zweiten Aktes aus „Aida“ mit den Triumphmarschtrompeten. „So geht Oper“, mochte man da dem großen Jubilar des kommenden Jahres hinterherrufen, das Ensemble sagte es stattdessen mit Chuck Berry: „Roll over Beethoven“. Um dann gekonnt in dessen „Freude, schöner Götterfunke“ einzulenken, mit einem großartig begleitenden Feuerwerk vom Ruhrorter Hafenfest-Feuerwerker Sascha Tietze, dass nur deshalb nicht hundertprozentig musiksynchron war, weil ein Dirigent eben ein Mensch und keine Maschine ist.

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