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: Demonstranten fordern Tunnel

: Demonstranten fordern Tunnel

Über einen Tatbestand sind sich alle einig: Die Situation auf der A 59 braucht dringend eine Verbesserung, denn die Autobahn ist nicht nur verkehrstechnisch mit rund 100.000 Fahrzeugen täglich längst komplett überlastet. Auch der Bauzustand der Brückenbauwerke ist nach der Sanierung im Jahr 2014 nur noch bis 2029 gesichert.

Es muss also gehandelt werden. Die Frage ist nur wie, denn da gehen die Meinung zwischen Straßen.NRW, dem Landes- und Bundesverkehrsminister auf der einen und Stadt Duisburg, Bürgerverein Meiderich, den Duisburger Parteien und vielen weiteren Akteuren und Vereinen auf der anderen Seite deutlich auseinander.

Nachdem Straßen.NRW schon im Juni 2018 erste Planungsüberlegungen in einer Bürgerinformation vorgestellt hatte, wurde bei vielen Beteiligten auf Duisburger Seite eine Tunnellösung zwischen dem Autobahnkreuz mit der A 42 und der A 59 Abfahrt Ruhrort/Meiderich favorisiert. Städtebauliche Aspekte kamen dabei ebenso zum Tragen wie die deutlich reduzierte Lärmbelästigung entlang der Strecke.

Schon bei dieser Veranstaltung, die von gut 100 Bürgern besucht wurde, wiesen die Planer von Straßen.NRW aber darauf hin, dass eine Tunnellösung nicht nur mit fast einer Verdopplung der geplanten Bauzeit einher geht, sondern auch gut 500 Millionen Euro teurer würde. Statt 1,1 Milliarden Euro müssten 1,6 Milliarden Euro aufgewendet werden. Zudem müssten die A 59 Auf- und Abfahrten Ruhrort und Mittelmeiderich beim Bau eines Tunnels für gut sechs Jahre voll gesperrt werden. Der komplette Verkehr müsste also innerstädtisch abgeleitet werden.

Offensichtlich Kriterien, die im Landes- und Bundesverkehrsministerium dazu führten, den Planern von Straßen.NRW die Vorgabe für einen Autobahnausbau in Hochlage zu geben. Diese wurde bei der Bürgerinformation im Landschaftspark auch konkret vorgestellt, wobei die Planer die Tunnelvariante ebenfalls erläuterten. Die Zielvorgabe „Hochlage“ war aber deutlich klar, was viele der rund 150 Besucher, die in den Landschaftspark gekommen waren, nur mit Kopfschütteln quittierten.

Gut 120 von den Besuchern in der Gebläsehalle hatten sich schon gut eine Stunde vorher getroffen, um an einem kleinen Demonstrationszug zur Gebläsehalle teilzunehmen. Neben den schon genannten Kriterien Lärmschutz und städtebauliche Aufwertung von Meiderich und Hamborn, kritisieren die Duisburger vor allem den nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Hendrik Wüst, der es in Berlin versäumt habe, die Tunnellösung als zukunftsfähiges Kriterium für Duisburgs Entwicklung zu erläutern. „Der Tunnel böte deutlich bessere Perspektiven für die Stadtteile und würde zudem der Stadt die Möglichkeit eröffnen, die nördlichen Stadtgebiete mittels Fahrrad (über der Tunnellage) an die Stadtmitte anzubinden“, urteilt auch der städtische Bau- und Planungsdezernent Martin Linne und gibt sich zuversichtlich: „Noch kann man etwas an den Planungen ändern. Das ist nicht in Stein gemeißelt!“

Was auch immer letztendlich passieren wird, zumindest bei Lärmschutz ist auch die vorgeschlagenen Hochlage deutlich besser als die derzeitige Situation. Statt fast 6.100 Lärmbetroffenen, würde die neue Hochlage rund 400 Menschen stärkerem Lärm aussetzen. 129 wären es bei einer Tunnellösung.