Das Super-Waljahr

50 Jahre ist es her, dass die Nachricht von einem Weißwal im Rhein Massen an die Ufer und auf die Brücken Duisburgs lockte. Am vergangenen Wochenende gab es eine Wiederholung — allerdings nur als Kunstaktion im Rahmen der 37. Duisburger Akzente.

Ruhrort/Homberg. "Da liegt ein Pottwal am Rheinufer." Verwirrte Anrufe bei der Polizei. Erste Fotos bei Facebook verbreiten sich tausendfach. Nur langsam spricht sich herum, dass es sich um eine Aktion der Akzente handelt. Ein Familienvater hält die Erklärung "Kunst" tatsächlich für einen Witz und murmelt: "Der muss ja eine ganz schöne Strecke zurückgelegt haben von der Nordsee hierher ..." Zu stark, das lässt sich auch aus vielen Kommentaren herauslesen, sind die Erinnerungen an Bilder von tatsächlich gestrandeten Pottwalen; auf Fotos ist nicht zu erkennen, dass es sich um eine Attrappe aus Polyester und Aluminium handelt, und dann liegt das "Tier" zumindest am Freitag genau an der Stelle, wo zwei Wochen vorher ein Flusskreuzer aufgelaufen war. Passenderweise bleiben auch noch zwei Transportfahrzeuge im Schlamm stecken.

Auch am Samstag und Sonntag, als der Wal auf der Mühlenweide schon weniger gestrandet wirkt, geben sich die Künstler vom Captain Boomer Collective aus Antwerpen alle Mühe, ihren Auftritt wie einen Einsatz aussehen zu lassen. Die Besucher strömen in Massen, ein eilends angereister Fischwagen ist am frühen Sonntagnachmittag schon leergekauft.

Mal sehen, ob die Akzente am kommenden Abschlusswochenende noch so einen Reißer aus dem Hut zaubern. Für alle Fälle sind ja noch Wale im "Haniel-Aquarium" über der Harmoniestraße zu sehen — und Rhineheart ...

(Niederrhein Verlag GmbH)
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