Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße ohne Plan beschlossen - SPD weiß mehr?: Das Rätsel der dritten Spur

Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße ohne Plan beschlossen - SPD weiß mehr? : Das Rätsel der dritten Spur

Das Thema Reduktion der Friedrich Ebert-Straße zwischen Moerser und Krefelder Straße von vier auf zwei Fahrspuren kommt bei der Rheinhauser Bevölkerung gar nicht gut an. Der Rat der Stadt hat die Maßnahme für 2017 aber beschlossen, obwohl es noch gar keine Ausbaupläne gibt.

Rheinhausen. Nachdem wir in der vergangenen Woche über die Ratsentscheidung berichteten, erreichten uns viele Zuschriften, die sich im Tenor einig waren: "Wissen die nicht, was sie tun? Dummheit, Realitäts- und Bürgerferne, Verkehrskollaps vorprogrammiert. Autofahrerfeindliche Politik. Steuergeldverschwendung - es gibt Straßen die es nötiger hätten... Wer überprüft die Richtigkeit der Beschlüsse des Rates der Stadt Duisburg? Dieser Wahnsinn muss verhindert werden...".
Die SPD Rheinhausen hingegen sieht der Maßnahme positiv entgegen und weiß anscheinend mehr, als alle anderen, wie Reiner Friedrich, Bezirksvorsitzender, kürzlich erklärte: "Es werden zwei Fahrspuren, eine für jede Richtung angelegt und eine dritte, die Mittelspur für das jeweilige Linksabbiegen und für Rettungsfahrzeuge. Somit ist auf beiden Fahrspuren ein ungehinderter störungsfreier Geradeausbetrieb möglich. Für die bisher auf der Straße parkenden Fahrzeuge werden auf dem derzeitigen Radweg unter Einbeziehung der Freiräume zwischen den Bäumen Parkbuchten angelegt (Radwege werden auf die Fahrbahn verlegt, Anm. d. Red). Für den fließenden Geradeausverkehr entfallen so die Hindernisse durch Linksabbieger und parkende Fahrzeuge und für Rettungsfahrzeuge ist die ungehinderte Durchfahrt durch die dritte Spur auch gesichert." Weiterhin kritisiert Friedrich die CDU, die sich jetzt kritisch äußert und "mit Teilwissen falsche Informationen in die Welt setzt", obwohl sie im Rat ebenfalls der Maßnahme zugestimmt habe. Man solle sich die Ausbaupläne mal vorher angucken, heißt es.
Ja, das würden wir auch gerne. Doch die Stadt teilt mit, es gäbe überhaupt noch keine Ausbaupläne für die Maßnahme und eine Rückmeldung von Herrn Friedrich, der angeblich in Pläne geguckt haben muss, weil er von einer "dritten Spur, die Mittelspur für das jeweilige Linksabbiegen (?)" berichtet, steht bislang aus. Was er damit meint, ist rätselhaft. Handelt sich sich dabei vielleicht um eine "Center Lane" wie sie in den USA häufiger zu finden ist (siehe Foto)?
Wie dem auch sei, blind über eine fragwürdige Maßnahme abzustimmen ist schon allerhand, wenn man bedenkt, dass die Anwohner (Eigentümer) immerhin mit einem Drittel (429.000 €) an den Ausbaukosten beteiligt werden.

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