: Das Fundament ist gelegt

: Das Fundament ist gelegt

Der Nachbau des historischen Mercatorhauses kann kommen. 4,5 Millionen Euro soll er kosten.

. Endlich nicht mehr „in Gründung“, sondern im Register eingetragen ist die „Bürgergenossenschaft Historisches Mercatorhaus Duisburg“, wie ihr Vorstandsvorsitzender Klaus Becker stolz verkündete. Damit sei das organisatorische Fundament für den Wiederaufbau gelegt – das tatsächliche liegt ja schon da, seit mehr als 450 Jahren: Auf den Grundmauern und den zum Teil ebenfalls erhaltenen Kellergewölben des Wohnhauses von Gerhard Mercator, des wohl bedeutendsten Einwohners dieser Stadt, an der Oberstraße 2 soll der Nachbau entstehen.

„Was uns noch fehlt: das Grundstück“, so Klaus Becker. Dessen Adresse dann in Mercatorplatz 1 umbenannt werden solle, so der Wunsch; Becker hat darüber schon mit der Bezirksbürgermeisterin gesprochen (die Bezirksvertretung ist für Straßen(um)benennungen zuständig). Mit der Verabschiedung des Bebauungsplanes fürs Mercatorviertel in der letzten Ratssitzung seien die rechtlichen Voraussetzungen für den Wiederaufbau geschaffen; mit der fürs Gelände zuständigen GEBAG ist man im Gespräch. Man habe die Zusage der GEBAG, dass sie das Grundstück in die Genossenschaft einbringe, „als Sachleistung oder zu einer geringen Pacht“, so Becker.

Und die Sparkasse habe sich grundsätzlich bereit erklärt, die Finanzierung zu übernehmen. Mit Claus-Robert Witte, 22 Jahre lang im Sparkassenvorstand, ist wohl der passende Mann Finanzvorstand der Genossenschaft. Apropos: Auch die Volksbank soll als Finanzierer mit ins Boot geholt werden. Nach den ursprünglich veranschlagten zwölf Millionen –Becker: „Das konnte man keinem vermitteln“ – gehen die Genossen jetzt von 4,5 Millionen Euro Baukosten aus. „Wir konzentrieren uns jetzt auf das Mercatorhaus und den barocken Anbau aus dem 18. Jahrhundert“, so Becker. Das benachbarte Ott-Vogel-Haus (nach seinem Besitzer, Duisburger Bürgermeister zur Mercatorzeit) soll ein privater Investor errichten – in enger architektonischer Abstimmung. 800.000 Euro Eigenkapital will die Genossenschaft einbringen, für 500.000 Euro liegen bereits Zusagen zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen vor. 100 Euro kostet ein Anteil – es sollten sich also durchaus noch Genossen finden, um das vielleicht symbolträchtigste Bauprojekt Duisburgs zu pushen.

Mieteinnahmen für etwa 1.200 Quadratmeter Fläche sind schon in Sicht: Die Universität wird die komplette erste Etage (400 Quadratmeter) beziehen; mit der Stiftung Mercator wird an weiteren Nutzungen im Bereich kulturelle Bildung gearbeitet.

Mit Christof Nellehsen, der in Duisburg u. a. an der Revitalisierung des Kuhlenwall-Karrees beteiligt war, und Volker Findt, der etwa bei der Sanierung der Josephskirche schon große Sensibilität im Umgang mit historischer Bausubstanz bewiesen hat, planen zwei Architekten ehrenamtlich den Nachbau, was ja, Stichwort „Disneyland“, durchaus eine Herausforderung darstellt. Auch wenn die wichtigsten Vorgaben schon im Boden liegen.

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