Das 26. Ruhrorter Hafenfest feuert auf allen Kanälen

26. Ruhrorter Hafenfest vom 16. bis 19. August : Funken und Feuern auf allen Kanälen

Das Programm fürs kommende Ruhrorter Hafenfest vom 16. bis 19. August steht. Fürs Feuerwerk sollen anliegende Wiesen frühzeitig gewässert werden. Und auch vor der Schifferbörse wird es wieder eine Bühne mit Programm geben. Auf der großen Bühne am Richard-Hindorf-Platz gibt’s „Mooooaaaarius“ und Grönemeyer-Cover.

Bisher sind keine Schadensersatzforderungen von Schiffstourenanbietern gestellt worden, trotzdem hat der Hafenfestverein durch die kürzestfristige Feuerwerksabsage im letzten Jahr 50.000 Euro Miese gemacht. Weil z. B. Duisport seine Spendensumme wiederhaben wollte. Und Sicherheitsvorkehrungen waren ja trotzdem getroffen worden, das Feuerwerk war abschussbereit und musste wieder eingepackt und zurückverfrachtet werden ... Eine stolze Summe jedenfalls für den kleinen Verein um „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstedt, der das beliebteste Fest Duisburgs mit rund 200.000 Euro ausschließlich aus Spenden und Sponsoringgeldern auf die Beine stellt. Eine erneute Feuerwerksabsage könnte da schon das Aus bedeuten, weshalb frühzeitig vorgebeugt werden soll.

„Wir haben den Graslandfeuerindex im Blick“, so Walter Pavenstedt. Das Flächenbrand-Frühwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes gibt die Feuergefährdung von offenem Gelände in fünf Stufen von „sehr gering“ bis „sehr hoch“ an und erlaubt relativ genaue Prognosen für vier Tage im Voraus. Sollte sich also eine Feuergefährdung im Bereich vier bis fünf abzeichnen, sollen die anliegenden Wiesen insbesondere am Homberger Ufer frühzeitig gewässert werden – denn nicht vom Feuerwerk geht die Gefahr aus, das wird ja überm Rhein abgefackelt, sondern von Zuschauern auf trockenen Wiesen, die dann z. B. mit einer Kippe das trockene Gras in Brand setzen.

Die Anbieter von Schiffstouren zum Hafenfest jedenfalls vertrauen auf die Vorbereitung: Schon über 22 Schiffe sind für den großen Korso angemeldet, der sich um 22 Uhr, eine Stunde vor Feuerwerksbeginn, am Freitagabend vom Vinckekanal aus durch den Hafenmund auf den Weg zur Friedrich-Ebert-Brücke machen wird. Die ist übrigens erstmals über die „Haniel-Treppe“ begehbar, nur nicht am Feuerwerksfreitag zwischen 21.30 und zirka 0.15 Uhr – dann ist sie wie die gesamte Brücke auch komplett gesperrt. Die rund 500 kostenlosen Parkplätze auf der Mercatorinsel sind durch die Treppe allerdings gut angebunden – gut zehn Minuten Fußweg sollte man zur Mühlenweide einplanen. Oder gleich mit dem Öffentlichen Nahverkehr anreisen.

Fahrspaß nämlich gibt’s auf dem Hafenfest genug: Im Riesenrad und in (bisher) sieben weiteren Großfahrgeschäften auf der Hafenkirmes, die sich bis Montag auf der Mühlenweide dreht, oder bei Hafenrundfahrten mit der Weißen Flotte, der Rheinfels oder auch den historischen Dampfbooten „Jan de Sterke“, „Adelaar“ und „George Stephenson“, einem veritablen Steam-Punker mit gewaltigen Pfeifen und chromblitzenden Maschinen. Für Wasserscheue gibt’s Hafenrundfahrten mit dem Bus, die am Samstag auch einen Abstecher zur Meidericher Schiffswerft machen.

Außerdem stellen sich zwei Duisburger Wassersportvereine vor. Kanuten und Ruder, das ist eigentlich wie Katz und Maus oder, um im Hafen zu bleiben, wie Feuer und Wasser. Doch beim Hafenfest werden der Homberger Ruderklub Germania und der Beeckerwerther Kanuverein zu Wasser und zu Land gemeinsame Aktionen machen, ihre Boote vorstellen und zum Kräftemessen einladen.

Nicht mehr fahr-, aber besuchsbereit sind die Museumsschiffe „Oscar Huber“ und der Eimerkettendampfbagger „Minden“, außerdem schickt der Hafen Rotterdam seinen repräsentativen und innen urgemütlichen Frachtensegler „Helena“ – unbedingt einen Besuch wert! Wie auch das Binnenschifffahrtsmuseum und das Haniel-Museum; Treffpunkt dafür ist am Infostand an der Schifferbörse.

Eröffnet wird das Hafenfest am 16. August wie immer mit einem Schiffergottesdienst um 16.30 Uhr und Wasserfontänen und Hupkonzert gegen 17 Uhr – diesmal allerdings nicht auf dem Platz vor der Schifferbörse, sondern auf der großen Bühne am Richard-Hindorf-Platz.

Ob es an der gastronomisch derzeit nicht genutzten Schifferbörse wieder Programm geben würde, war lange ungewiss; auf der Pressekonferenz konnte Walter Pavenstedt Entwarnung geben. Mit Thomas Schenkel vom Sittardsberg ist ein Gastronom gefunden, der hier mit seinem Team Getränke- und Imbissstände aufbauen wird und neben Kinderbelustigung auch für eine Bühne mit Live-Programm sorgt. Neben Bands wie Rabo Rock und Silent Fox ist vor der Schifferbörse auch der „Live Tattoo Artist“ Tito zu erleben.

Die Haniel-Bühne am Richard-Hindorf-Platz setzt am Freitag vorm Feuerwerk mit den Jazz-auf’m-Plazz-erprobten Rody Reyes & Havanna con Klasse und Deluxe - The Radioband auf Bewährtes. Am Samstag geht’s um 14.30 Uhr mit Blindfish Pete und Deafnut Karl bluesig weiter, bevor mit der Atomics Revival Band erstens absolute Duisburger Rock-Urgesteine und außerdem alte Konkurrenten der Ruhrorter Lokalhelden Sonny Boys antreten. Das klingt nach Goldener Diele ...

Nach der A-capella-Show-Formation Yeoman kommen dann die Hafenfest Headliner: eine Herbert-Grönemeyer-Cover-Show und „Mariuzz“, ein Westernhagen-Tribute mit den Musikern der 90er-Jahre-Stadiontourneen des Düsseldorfer Rumpelrockers. Sex-ey!

Am Sonntag gibt’s erst irische, dann südamerikanische Klänge, bevor die Sonny Boys das letzte Wort haben. Bzw. nicht ganz: Die Hafenkirmes dreht sich auch noch am Montag (Familientag)!

Mit Fischmarkt, Buden auf der Hafenpromenade, dem Kunstmarkt am Sonntag mit Bühnenprogramm (Pete Dohertys Schwester Ami Jo Doherty um 15.30 Uhr!) und dem Hinterhoftrödel mit über 80 Trödlern in bis jetzt über 30 privaten Ruhrorter Hinterhöfen ebenfalls am Sonntag sind wieder starke Anker ins Programm gehängt. Wenn sich Duisburg nicht in den Weg stellt, kann es für Duisburgs Volksfest Nummer eins auch in der 26. Ausgabe wieder heißen: Leinen los, Ruhrort ahoi!

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