: China-Feier abgesagt

Das „Jahr der Metallratte“ hat in China katastrophal begonnen. Traditionell ist das Neujahrs- oder Frühlingsfest der bedeutendste Feiertag im Reich der Mitte; Millionen Chinesen machen sich auf, um ihre Familien zu besuchen. Doch das sich rasant ausbreitende Coronavirus überschattet die Feierlichkeiten; Duisburgs Partnerstadt Wuhan ist quasi abgeriegelt. Duisburg sagt deshalb seine Frühlingsfeier ab.

Es hätte so schön werden sollen. „Wir starten ins Jahr der Metallratte, das passt zu Duisburg“, hatte Oberbürgermeister Sören Link noch auf der Pressekonferenz zum Duisburger Frühlingsfest gesagt – und meinte sicher eher das Element des neuen chinesischen Jahres als das Tier. Jedenfalls soll 2020 in Duisburg „ein Chinajahr werden, das seinesgleichen sucht“, so Link: Im Sommer wird hier, nach Köln und Düsseldorf, das dritte Chinafest NRW stattfinden, wo dann parallel zur Drachenbootregatta „der Drache am Rhein tanzt“.

Als Auftakt hätte es am Freitag, 31. Januar, das Frühlingsfest in der Mercatorhalle geben sollen, zum sechsten Mal ausgerichtet vom Konfuzius-Institut in Kooperation mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und dem Verein der chinesischen Wissenschaftler und Studenten in Duisburg. Gerade die Studenten, die ihre Familien daheim auch unabhängig vom Virus, aus finanziellen Gründen zum Neujahr nicht besuchen können, haben sich mit großem Engagement in die Vorbereitung gehängt. Weil die Veranstaltung in den letzten Jahren immer erfolgreicher geworden war, wurde dieses Jahr für die große Abendgala erstmals ein Vorverkauf eingerichtet.

Das ist jetzt hinfällig. Aus Solidarität mit seiner Partnerstadt Wuhan hat Duisburg sein chinesisches Frühlingsfest am Montag abgesagt. „Die Chinesen hier in der Region sind sehr beunruhigt“, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Die „haben sich entschieden, die für den am 31.01.2020 geplanten Feierlichkeiten in diesem Jahr auszusetzen“.

„Das Frühlingsfest ist dieses Jahr für uns sehr traurig. Wir sind alle in großer Sorge um unsere Familien zuhause“, so die Wuhanerin Xiaoyan Lu, chinesische Kodirektorin des Konfuzius-Instituts. „Darum werden wir nicht so feiern, wie geplant.“